Heideregion Uelzen sieht Chancen in der Digitalisierung und will Rosche zurückgewinnen

Tourismus mit Zukunft

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Der neue Vorstand mit Heideregion-Geschäftsführer (v.l.): Uelzens erster Stadtrat Florian Ebeling, Aues Samtgemeindebürgermeister Michael Müller und Jürgen Clauß. 

Uelzen. Der Verein Heideregion Uelzen hat Bestand. Auf der Mitgliederversammlung mit dem Geschäftsbericht für 2017 ließ der Vorstand jetzt keinen Zweifel daran, dass die touristische Arbeit für den ganzen Landkreis weitergeführt werden soll.

Die Samtgemeinde Rosche war Ende 2017, die Einheitsgemeinde Bienenbüttel bereits zuvor, aus dem Verein ausgeschieden – und hatte keine Beiträge mehr entrichtet (AZ berichtete). Die beiden Mitarbeiter der Geschäftsstelle üben Gehaltsverzicht. Und die Zahl der Marketing-Maßnahmen der Heideregion ist reduziert worden, um den Bestand des Vereins für die nächsten drei Jahre zu sichern.

Hans-Jürgen Kammer, der als zweiter Vorsitzender die Geschicke des Vereins seit dem Ruhestand des ersten Vorsitzenden Harald Benecke geleitet hatte, sprach von einer „langersehnten Mitgliederversammlung: Es hat Probleme gegeben, die Heideregion am Laufen zu halten.“ Es brauche auch in Zukunft „Hirnschmalz und auch Geld“. Nicht nur die Personalkosten seien dabei zu berücksichtigen, sondern auch das operative Geschäft. „Wir müssen die Kommunalpolitiker überzeugen. Wir müssen die beiden Gemeinden überzeugen, dass sie auch dazu stehen.“

Der Samtgemeindebürgermeister Bevensen-Ebstorfs, der sein Vereinsamt am Freitag abgab und einem erneuerten Vorstand jetzt als Beisitzer angehört, wünschte dem neuen ersten Vorsitzenden Michael Müller „viel Kraft bei der künftigen Arbeit“.

Müller, Bürgermeister der Samtgemeinde Aue, erinnerte daran, dass man schon einmal nahe daran gewesen sei, die Heideregion aufzulösen. Inzwischen sei aber klar, dass man die Heideregion erhalten wolle: „Tourismus ist nicht umsonst zu kriegen.“ Es sollen Aufgaben auch auf die Tourist-Informationen verlagert werden, die Aufgaben der Geschäftsstelle werden den Plänen nach restrukturiert. Kammer kündigte weitere Gespräche vorrangig mit der Samtgemeinde Rosche, aber auch mit Bienenbüttel an. Müller verwies darauf, dass auch die Digitalisierung weitere Chancen bei der Vermarktung des Landkreises als Tourismusregion bringe: „Wir müssen alles daran setzen, den Landkreis nach vorne zu bringen.“

Allerdings birgt der Haushaltsplan 2018 auch Risiken: 286.200 Euro sind insgesamt vorgesehen. Darin enthalten sind Rücklagen von rund 65.000 Euro aus 2017, „die schon zur Hälfte aufgebraucht sind“, sagte Geschäftsführer Jürgen Clauß.

Clauß nannte drei Säulen, auf die sich die Tourismus-Arbeit fokussieren solle: den Gesundheitstourismus, die Freizeitaktivitäten in der Natur und den Tagestourismus.

2017 wurden 751.511 Übernachtungen gezählt, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu anderen Nachbarkreisen steht Uelzen damit noch ganz gut da. Gifhorn (-15,8 Prozent) oder Dannenberg (-3,9 Prozent) hatten stärkere Rückgänge zu verzeichnen. Nach den Zahlen der Heideregion macht der Tourismus, der sich besonders häufig auch aus Radfahrern im ADFC-zertifizierten Landkreis speist, einen Umsatz von 161,8 Millionen Euro aus. Ein Erfolg sei auch weiterhin der „Entdeckerbus“.

Dem Heideregion-Vorstand gehören jetzt neben dem ersten Vorsitzenden Michael Müller Uelzens erster Stadtrat Florian Ebeling (stellvertretender Vorsitzender) auch folgende Beisitzer an: Thomas Schulz, Samtgemeindebürgermeister Suderburg, Marlis Kämpfer, Wirtschaftsförderin des Landkreises, Hans-Jürgen Kammer, Samtgemeindebürgermeister Bevensen-Ebstorf und Christine Kohnke-Löbert, Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land.

Von Christian Holzgreve

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