Heideregion Uelzen streitet mit Finanzamt um angemessene Steuersätze

Tourismus – Fall für Gerichte

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Uelzen/Landkreis. Der Tourismus im Landkreis ist zu einem Fall für Gerichte geworden: Der Verein Heideregion Uelzen, der die Region touristisch vermarktet und sich größtenteils über Kommunen aus öffentlichen Geldern finanziert, streitet mit dem Finanzamt Uelzen um angemessene Steuersätze.

Vom Amt berechnete Beträge will der Verein nicht akzeptieren. Deshalb wurde ein Klageverfahren angestrebt, wie Heideregion-Geschäftsführer Jürgen Clauß auf AZ-Nachfrage erklärt.

Der Streit: Er nimmt seinen Ausgang im Jahr 2004. Damals habe die Heideregion Pauschalreisen angeboten, um Urlauber für die Region zu gewinnen, schildert Clauß. Damit sei vom Verein Umsatz erwirtschaftet worden – mit der Folge: Zuerst habe die Heideregion Uelzen ihre Gemeinnnützigkeit verloren, schließlich habe sie Steuern zahlen sollen. „Mit den zu zahlenden Beträgen haben wir uns aber nicht einverstanden erklärt“, so der Geschäftfsührer. Es kommt zu der bis heute andauernden Ausein-andersetzung.

Mittlerweile geht es nicht mehr um die Einnahmen aus Pauschalangeboten. Sie wurden wieder eingestellt, weil der Aufwand im Zusammenhang mit Versicherungen zu groß gewesen ist. Einnahmen hat der Verein jedoch auch heute noch, wenn beispielsweise Radwanderkarten verkauft werden. Doch wie viel Steuern sind dafür an den Fiskus zu entrichten?

Über die Jahre hinweg hat die Heideregion Uelzen immer wieder Steuerabschläge gezahlt, um einen guten Willen zu zeigen, wie Jürgen Clauß sagt. Im schlimmsten Fall wird aber noch mit einer Steuerschuld von rund 100 000 Euro gerechnet. Einen solchen Betrag hat die Heideregion, das geht aus dem Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers hervor, als Rücklage gebildet.

In dem Klageverfahren warte die Heideregion nun auf das entscheidende Urteil, wie der erste Vorsitzende des Vereins, Harald Benecke, schildert. Es habe bereits erste Richtersprüche in der Angelegenheit gegeben. Ein erstes Urteil sei zu Ungunsten der Heideregion ausgefallen. Ihm sei widersprochen worden, in nächster Instanz sei es schließlich aufgehoben worden. Nun habe wieder das Finanzgericht in Hannover zu befinden.

Die AZ hat zum Streit auch eine Presseanfrage an das Finanzamt Uelzen gerichtet. Die Behörde verwies darauf, dass sie nur dann Auskunft geben dürfe, wenn die Heideregion das Amt vom Steuergeheimnis entbinde. Gegenüber der AZ betonten Clauß und Benecke, dass ihnen daran gelegen sei, das alle Beteiligten zu Wort kämen. Das Finanzamt entbanden sie gegenüber der AZ jedoch nicht vom Steuergeheimnis.

Von Norman Reuter

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