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Tourismus im Kreis Uelzen erholt sich allmählich

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Von: Theresa Brand

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Fahrradausflüge, Wandertouren oder Yoga im Park – Angebote an der frischen Luft sind gefragt. Davon profitiert die Region als Naherholungsgebiet.
Fahrradausflüge, Wandertouren oder Yoga im Park – Angebote an der frischen Luft sind gefragt. Davon profitiert die Region als Naherholungsgebiet. © Dominik Ketz

Die vergangenen beiden Jahre waren für den Tourismus ein dramatischer Einschnitt. Nach dem Erfolgsjahr 2019 brachen die Buchungen durch die Corona-Pandemie massiv ein – doch es gibt erste Zeichen der Erholung.

Uelzen/Landkreis – Ginge es nur um Prospektanfragen, das Jahr 2020 wäre ein Rekordjahr gewesen, sagt der Geschäftsführer der Heideregion Uelzen, Jürgen Clauß, und schmunzelt. Doch insgesamt fällt die Bilanz der vergangenen beiden Jahre düster aus, obwohl es deutliche Tendenzen zur Besserung gibt.

Im Jahr 2021 lag die Zahl der Gästeankünfte im Landkreis Uelzen bei 96 744 und die der Übernachtungen bei 551 115. Das entspricht einem Zuwachs von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch selbst mit diesem Plus liegen die Zahlen weit unter dem Niveau vor der Krise. Laut der Heideregion hat es nach dem ersten Corona-Jahr unglaublich viele Anfragen gegeben, da die Leute wieder reisen wollten – innerhalb Deutschlands, ohne Einreisebeschränkungen.

Viele Anfragen nach dem ersten Corona-Jahr


Doch dann kam der nächste Schlag. Der lange Lockdown im Frühjahr habe Übernachtungsreisen unmöglich gemacht; nun fehlten den Betrieben die Einnahmen aus diesen Monaten, erklärt Jürgen Clauß. Für insgesamt acht Betriebe hätten die vergangenen beiden Jahre das endgültige Aus bedeutet – diese Betten wiederum fehlten nun auch für die Belegung.

So viele Radfahrer wie noch nie in der Region


Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten. Der „große Gewinner der Pandemie“ sei der Tagestourismus in den Naherholungsgebieten. Und einer der Schwerpunkte der Region sei nun einmal die Natur in der Heide, berichtet der Geschäftsführer. Vor allem der Fahrradtourismus habe die Leute interessiert. Er sagt: „So viele Radfahrer wie in den letzten zwei Jahren haben wir hier noch nie gesehen“. Da komme es der Region zugute, dass sie als „Radreiseregion“ des ADFC zertifiziert wurde und die Infrastruktur dementsprechend gut ausgebaut sei. Man habe zudem an vielen Orten Reparaturstationen aufgestellt. Dort sei es 24 Stunden am Tag möglich, seinen Reifen aufzupumpen und oder zu reparieren.

Ein weiteres Urlaubsmotiv, das immer mehr an Relevanz gewonnen habe, sei das Thema Gesundheit. Hier gehe es den Menschen um leichte Outdoor-Aktivitäten und Entschleunigung. Insgesamt zeigt sich also ein Aufwärtstrend, und Jürgen Clauß ist optimistisch: „Wir schauen zuversichtlich auf die Saison.“

Auch in Bad Bevensen mehr Besucher


Die Lage im Landkreis Uelzen spiegelt sich in Bad Bevensen wider. Auch hier wurde dem touristischen Erfolg durch die Pandemie ein jähes Ende gesetzt. Lagen die Übernachtungszahlen im Jahr 2019 noch bei rund 230 000, so waren es 2020 nur 123 045. Im vergangenen Jahr hat es laut Bad Bevensen Marketing dann wieder einen leichten Anstieg auf etwa 138 350 Übernachtungen gegeben. Stabiler habe sich die Lage bei den Wohnmobilstellplätzen gezeigt; durch die hohe Nachfrage während der Pandemie sei die Belegung gut. Anders als in den Jahren vor Corona seien die Gäste erheblich jünger. Die Altersgruppe der 31 bis 41-Jährigen sei drei Mal häufiger vertreten. Gefragt seien im Freien stattfindende Kurse wie Yoga oder Rücken-Fit, aber auch Rad- und Wandertouren würden sich als Besuchermagnet erweisen. Insgesamt sehe man in Bad Bevensen daher positiv in die Zukunft.

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