Drei Hauptpreise beim Projekt Blickwechsel LandArt

„Tor zum verborgenen Wald“

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Fliegende Blüten für ein Netzwerk aus Kunst: Die Aktion hat unerwartet große Resonanz gefunden, daran beteiligt haben sich Profi- und Laienkünstler, Schulklassen und Kindergartenkinder, alte und junge Menschen.

Uelzen. Walter Grawit, die Klassen 1a und 4b der Hermann-Löns-Schule und die Jastorfer Waldkobolde – so heißen die Gewinner des ersten Preises des Projektes Blickwechsel LandArt, dass gestern mit einem Fest in der Woltersburger Mühle zu Ende gegangen ist.

Drei erste Preise ohne Abstufung und 77 zweite Preise sind die Bilanz dieses ersten Kunstprojektes, das in Zusammenarbeit zwischen der Kreisvolkshochschule des Landkreises Uelzen (KVHS), der Woltersburger Mühle sowie der kulturStation Bad Bevensen ins Leben gerufen wurde.

Waldkobolde: Maren Schrader und Monja Hinrichs-Reinke mit Birte Scharnhop.

Insgesamt 50 Gruppen haben an 80 Stationen Kunstwerke geschaffen, die entlang zweier Routen, der grünen und der roten, zwischen Bad Bevensen, dem Historischen Zentrum Oldenstadt und der Woltersburger Mühle in der Landschaft installiert sind. Die Aktion hat unerwartet große Resonanz gefunden, daran beteiligt haben sich Profi- und Laienkünstler, Schulklassen und Kindergartenkinder, alte und junge Menschen. „Dieses Projekt ist auch ein Brückenschlag zwischen den Generationen“, formulierte es Schirmherr Dr. Heiko Blume, Landrat des Landkreises Uelzen. „Wir haben ein Band durch den Landkreis gesponnen“, sagte Martin Feller von der Kulturstation Bad Bevensen. „Unser Wunsch ist, dass noch ein gelbes und ein blaues Band dazukommt, dass der ganze Kreis Uelzen durch die Kunst vernetzt wird.“

Die Jury, bestehend aus Karsten Steinmann vom THW, Anette Markus von der KVHS, Geraard Minnard von der Woltersburger Mühle, Gesa Bockelmann von der Produktionsschule Uelzen sowie Katja Schäfer-Andrae und Ulrike Bals von der Kulturstation Bad Bevensen, hat sich in großer Einmütigkeit für die drei Gewinner entschieden.

Walter Grawit vor einem Bild, das derzeit in der Woltersburger Mühle ausgestellt ist.

Mit Walter Grawit fiel die Wahl auf einen etablierten Künstler. Der Bad Bevenser arbeitete als Bühnenbildner sowie Maler und nach vielen Jahren als Reisender durch die ganze Welt ist er seit 2009 wieder in Bad Bevensen, der Stadt seiner Kindheit, ansässig. „Mit der Installation ‘Waldesruh’ wurde ein stark polarisierendes Werk ausgewählt“, so Anette Markus. „Das hatte ich nicht erwartet. Ich habe viele beeindruckende Sachen gesehen“, so Grawit, der mit seinem Werk auch den Widerspruch zwischen der An der Seite Grawits steht mit „Kein schöner Land“ von den Jastorfer Waldkobolden (Maren Schrader, Renate Scharnhop und Monja Hinrichs-Reinke) ein Werk, das aktiviert und animiert. Die drei Hobbykünstlerinnen aus Jastorf haben mit Jutebändern und Tannenzapfen die Noten des alten Volksliedes zwischen Bäume gezaubert. „’Kein schöner Land’ ist eines der schönsten Volkslieder. Wir fanden, es passt zum Projekt und es passt zur Jahreszeit. Es hat einfach ganz viel Spaß gemacht“, fassen die Künstlerinnen zusammen. Der dritte Hauptpreis schließlich ist eine Art Kinderpreis, der für alle Kinder steht. Erhalten haben ihn die beiden Klassen 1a und 4b der Hermann-Löns-Schule für ihre Arbeit „Tor zum verborgenen Wald“ – „ein Werk, dass Wege eröffnet“, so die Jury.

Die Preisverleihung mündete in eine gemeinsame Aktion auf dem Gelände der Woltersburger Mühle: Alle Teilnehmer streuten Rosenblüten in ein Kreislabyrinth aus Weidenzweigen.

Von Christine Kohnke-Löbert

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