Tötungsdelikt im Uelzener Bahnhof: Opfer stirbt nach Sturz von Treppe - 18-Jähriger festgenommen

Am frühen Sonntagmorgen hat sich im Uelzener Hundertwasser-Bahnhof ein Tötungsdelikt ereignet.
Uelzen - Gegen 1.30 Uhr hat ein polizeilich bereits bekannter Mann einen anderen die Treppe zum Gleis 301 hinuntergestoßen. Durch den Sturz erlitt das Opfer ein Schädeltrauma und verstarb, wie Polizeisprecher Kai Richter auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung mitteilt.
+++ UPDATE, 13 Uhr (14. Juli) +++
Wegen Totschlags ermittelt die Polizei gegen einen 18-Jährigen nach einem Gewaltdelikt am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof in der Nacht zu Sonntag, 14. Juli. Nach derzeitigen Ermittlungen hatte ein 18-Jähriger gegen 1.30 Uhr einen 55-Jährigen in einem Treppenaufgang zum Gleiskörper gestoßen bzw. ihm einen Tritt versetzt, sodass der Mann mehrere Stufen die Treppe herunterstützte und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt.
Trotz des schnellen Einsatzes von Rettungskräften und Reanimation verstarb der 55 Jahre alte, in Lüneburg wohnende, Mann vor Ort. Zeugen nahmen den Vorfall wahr. Parallel konnte eine Streife der Bundespolizei den flüchtenden 18-Jährigen, der laut einer Pressemitteilung in einer Unterkunft für Asylbewerber in Uelzen gewohnt haben soll, im Bereich des Bahnhofs vorläufig festnehmen.
Einsatzkräfte der Lüneburger Tatortgruppe sowie Ermittler des Uelzener Kriminalermittlungsdienstes übernahmen noch in der Nacht die Tatortarbeit und die Ermittlungen. Parallel wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Lüneburg sowie einem Bereitschaftsrichter aufgrund des Verdachts der Drogenbeeinflussung eine Blutentnahme bei dem Heranwachsenden veranlasst. Der 18-Jährige ist vorläufig festgenommen und wird vermutlich am Montag, 15. Juli, dem Haftrichter vorgeführt. Die weiteren Detailermittlungen zum Hergang dauern an.
„Nach jetzigem Ermittlungsstand gab es keine Vorbeziehung zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer. Es war ein zufälliges Aufeinandertreffen, ein Aggressionsdelikt“, sagt Richter. Der mutmaßliche Täter sei bereits am Sonnabend in Uelzen auffällig gewesen. In den Mittags- sowie den frühen Nachmittagsstunden war der Heranwachsende bei einem Taschendiebstahl sowie einer Körperverletzung in der Uelzener Innenstadt sowie am Uelzener Bahnhof aufgefallen. Dabei hatte der junge Mann gegen 14.20 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) einem 31-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. In diesem Fall ermittelt die Polizei wegen einfacher Körperverletzung. In Absprache mit einem Bereitschaftsrichter nahm die Polizei den 18-Jährigen zur Verhinderung weiterer Straftaten am Nachmittag des 13. Juli in Polizeigewahrsam. Nach Ablauf der freiheitsentziehenden Maßnahmen wurde der Heranwachsende um 21 Uhr wieder entlassen.