Ein Todesfall mit Fragezeichen in Uelzen

Corona-Impfung: Nach Tod einer 46-Jährigen wird auf Obduktionsergebnis gewartet

Abschied nehmen: Eine 46-Jährige ist gestorben. Sie hinterlässt Ehemann und zwei Kinder. Geprüft wird zurzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen ihrem Tod und einer Corona-Schutzimpfung gibt.
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Abschied nehmen: Eine 46-Jährige ist gestorben. Sie hinterlässt Ehemann und zwei Kinder. Geprüft wird zurzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen ihrem Tod und einer Corona-Schutzimpfung gibt.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Eine Uelzenerin ist in der Nacht zu Donnerstag, 21. Januar, gestorben. Familie und Freunde sind tief getroffen. Es sind die Umstände ihres Todes, weswegen dieser tragische Fall bei Menschen mehr als nur Trauer und Bestürzung auslöst.

  • Eine Uelzenerin stirbt keine 24 Stunden nachdem sie gegen das Corona-Virus geimpft wurde. Die Todesursache wird zunächst als „ungeklärt“ eingestuft. 
  • Der Vorfall aus Uelzen kocht in den Sozialen Medien hoch: Impfgegner fühlen sich bestätigt – Befürworter halten vehement dagegen.
  • Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Anzeichen dafür, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Impfung und ihrem Tod gibt. Die Obduktionsergebnisse werden erwartet.

Uelzen. Freitagmorgen gegen 7 Uhr veröffentlicht ein Freund bei Facebook einen Beitrag, in dem er an die Verstorbene erinnert. Darin findet sich auch der Hinweis: Die Frau erhielt kurz vor ihrem Tod eine Corona-Schutzimpfung.

Am Abend zuvor hatte bereits die Kreisverwaltung diesen Umstand gegenüber der AZ bestätigt. Die Todesursache ist bisher nicht geklärt. Eine Obduktion soll Aufschluss geben.

Ein sehr stark aufgeladenes Thema

Bei Facebook wird das Schicksal der Uelzenerin am Freitag derweil immer wieder kommentiert. Corona-Impfungen, etwaige Nebenwirkungen, sind ein sensibles Thema. Der Impfstoff ist der Weg aus der Pandemie für die einen. Andere lehnen ihn ab, sie sehen sich am Freitag bestätigt. Wobei es nach bisherigen Erkenntnissen keine Anzeichen dafür gibt, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Impfung und ihrem Tod gibt. Das erklären gleichlautend Landkreis Uelzen und die Polizei.

Bisher ist bekannt: Die Uelzenerin war 46 Jahre alt, arbeitete als Servicekraft im Alten- und Pflegeheim am Hülsen in Uelzen. Der Träger des Heimes, die Heiligen-Geist-Stift gGmbH, zeigt sich bestürzt über den „plötzlichen Tod“ der Mitarbeiterin. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihrer Familie“, heißt es in einer Stellungnahme.

Zurzeit werden im Landkreis Uelzen Bewohner und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen geimpft. So erhielt auch die 46-Jährige ihre Injektion am Mittwoch im Zuge der Impfkampagne. Nach Angaben der Heiligen-Geist-Stift gGmbH, die zwei Heime in Uelzen unterhält, hätten bisher insgesamt 85 Bewohner und 67 Mitarbeiter in den Einrichtungen die erste Schutz-Injektion mit dem Impfstoff erhalten.

Die 46-jährige Uelzenerin legte sich am Mittwoch zu Hause hin, sie wurde später leblos von ihrem Ehemann entdeckt, der noch einen Rettungsdienst verständigt haben soll, wie die AZ erfuhr. Es wurde der Tod festgestellt. Sie hinterlässt neben dem Ehemann einen Sohn und eine Tochter im Teenager-Alter.

Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen hat auch solche etwaige Impfvorfälle im Blick. Es protokolliert die Anzahl der Geimpften, Nebenwirkungen und Todesfälle nach Schutzimpfungen. Demnach erhielten bis zum 17. Januar etwa 1,14 Millionen Menschen in Deutschland ihre erste Impfdosis, 6581 die geforderte zweite Dosis.

Die Ergebnisse der Obduktion werden erwartet

Angeordnet wurde die Obduktion der zweifachen Mutter auf Antrag der Polizei durch die Staatsanwaltschaft in Lüneburg. Die Leichenschau erfolgte am Freitag in Hamburg im Institut für Rechtsmedizin. Das Ergebnis wird nach Auskunft von Wiebke Bethke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Lüneburg, wohl aber erst am Montag vorliegen.

Der Landkreis steht derweil in der Angelegenheit mit dem Sozialministerium in Hannover in Kontakt, führte auch Gespräche mit dem Kompetenzzentrum des Landes. Etwaigen Impfvorfälle sind übergeordneten Stellen zu melden.

In 645 Fällen wurden Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet, 21 Menschen (14 Frauen, 7 Männer) starben im Zeitraum bis zu 14 Tage nach einer Corona-Impfung. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärt am Freitag gegenüber der AZ: „Die Impfung gegen Covid-19 kann die Todesfälle durch andere Ursachen nicht reduzieren. Während der Impfkampagne werden also weiterhin Todesfälle aus anderen Ursachen auftreten, das kann dann auch (kurz) nach der Impfung geschehen.“

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