Afrikanische Schweinepest in Litauen ausgebrochen / Landkreis-Veterinär besorgt

Tierseuche im Anmarsch

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Noch sind diese beiden Rüsselträger gesund. Experten befürchten aber, dass sich die Afrikanische Schweinepest ausbreitet.

Uelzen/Landkreis. Zwischen Litauen und Uelzen liegen zwar rund 1200 Kilometer Luftlinie. Trotzdem rückt das kleine EU-Land derzeit in den Fokus von Schweinehaltern aus der hiesigen Region. In Litauen ist nämlich die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen.

Zwei Wildschweine sind dort bereits daran verendet. Menschen können von dem Erreger nicht befallen werden, doch viele Landwirte befürchten nun, dass sich die Tierseuche weiter nach Westen ausbreitet. Denn einen Impfstoff gegen diesen besonders agressiven Virus gibt es nicht.

„Alle Experten sind sich einig: Es ist nicht die Frage, ob die Afrikanische Schweinepest zu uns kommt, sondern nur wann und wie stark sie kommt“, sagt Dr. Jörg Pfeiffer, Leiter des Uelzener Kreisveterinäramtes, auf AZ-Anfrage. Fast alle Schweine, die an dem hoch ansteckenden Erreger erkrankten, würden auch daran sterben. „So was gab es in Europa schon seit vielen Jahren nicht mehr“, erklärt er. Im Gegensatz dazu sei die klassische europäische Schweinepest weitaus weniger gefährlich.

Menschen bräuchten vor dem Virus jedoch keine Angst zu haben, betont der Kreisveterinär. „Es gibt für uns kein gesundheitliches Risiko, weder durch Verzehr noch durch Kontakt mit infizierten Schweinen.“

Auch Kreislandwirt Thorsten Riggert blickt dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Litauen mit Sorge entgegen. „Das ist das Schlimmste, was in der Schweinehaltung passieren kann, weil kein Impfstoff existiert“, sagt Riggert, der selbst rund 4500 Schweine züchtet. Überraschend kommt die Tierseuche für ihn aber nicht. Denn schon in den vergangenen Jahren habe es wiederholt Fälle dieser Art in Russland, dem Nachbarland Litauens, gegeben.

Kein Verständnis hat Riggert dafür, dass Russland jetzt seine Grenzen für die Einfuhr von europäischem Schweinefleisch geschlossen hat. „Diese Reaktion ist nicht rational, sondern hat eher politische Gründe“, vermutet er. Bleibe das Embargo bestehen, werde der europäische Fleischmarkt darunter leiden. „Das trifft dann jeden Schweinehalter“, befürchtet Riggert.

Doch wie können die Tiere vor der Afrikanischen Schweinepest geschützt werden? „Hygienemaßnahmen sind das Wichtigste“, sagt Pfeiffer. Das bedeutet: Keine fremden Personen dürfen die Ställe betreten, Mitarbeiter, Fahrzeuge und Gerätschaften müssen desinfiziert werden. Zudem dürfen keine Speisereste an die Schweine verfüttert werden, weil darin der Erreger schlummern könnte.

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