Von Gassigängern und Katzenkuschlern

Tierheim Uelzen sucht weitere ehrenamtliche Helfer

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Carola Bähr kümmert sich im Katzenhaus des Tierheims Uelzen auch um diese sechs Wochen alten Katzenjunge.

Uelzen – Täglich fährt Jens Köster von Bad Bevensen nach Uelzen, um mit Barny spazieren zu gehen. Barny ist ein 15 Jahre alter Wolfsspitz und im Tierheim Uelzen zu Hause.

Köster ist einer von rund zehn sogenannten „Gassigängern“, die hier regelmäßig einen Hund ausführen. „Dies ist eine Win-Win-Situation und gut für mein Herz“, sagt Köster.

Gassigänger Jens Köster aus Bad Bevensen mit dem 15 Jahre alten Wolfsspitz Barny.

Ohne ehrenamtliche Unterstützer wie Jens Köster könnte Karin Rothe das Tierheim am Kuhteichweg 4 nicht führen. „Wir haben eine tolle, engagierte Truppe“, sagt Rothe, die sich über weitere Gassigänger in ihrem Team freuen würde. Vor allem vormittags herrsche Bedarf. Zehn Hundeboxen stehen dem Tierheim zur Verfügung, von denen aktuell fünf belegt sind.

Im vor zwei Jahren errichteten Katzenhaus gibt es acht Räume, in denen bis zu zwölf Katzen ihr vorübergehendes Zuhause haben. „Katzen, die uns neu erreichen, gehen für mindestens 14 Tage zunächst in den Quarantäne-Bereich, damit wir schauen können, ob sie gesund sind. Kranke Katzen landen gleich auf der Krankenstation“, sagt Rothe, die aktuell 35 Katzen im Tierheim betreut. An Ostern waren es noch 70.

Glücklicherweise ließe sich ein Großteil der Vierbeiner schnell wieder vermitteln. Rothe: „Wir geben die Tiere nicht irgendwohin und schauen uns die Lebenssituationen der interessierten Menschen genau an. Gut ist es zum Beispiel immer, wenn Leute ebenerdig wohnen, da ja auch Hunde älter werden.“

Carola Bähr kümmert sich im Katzenhaus des Tierheims Uelzen auch um diese sechs Wochen alten Katzenjunge.

Drei bis vier ehrenamtliche Helfer kommen täglich in die Katzenstation, um Zeit mit den Vierbeinern zu verbringen. Rothe: „Sie spielen mit den Katzen oder lesen auch einfach aus einem Buch vor. Die Katzen spüren dies und es tut ihnen gut.“ Zu Rothes Helferteam gehört auch Carola Bähr, die sich hier bereits seit 17 Jahren engagiert. Vor einem Monat nahm sie sogar sieben Katzenjunge bei sich zu Hause auf, die gerade einmal zwei Wochen alt und ausgesetzt worden waren. Bähr: „Sie trinken und essen jetzt mehr und sind seit dem 23. September im Tierheim. Sie brauchen auch weiter viel Pflege.“

500 Mitglieder zählt der Tierschutzverein Uelzen und Umgebung. Haupteinnahmen sind laut Rothe Spenden und Erbschaften. „Auch Futterspenden in Supermärkten helfen uns sehr weiter“, so die Leiterin, die derzeit eine Teilzeitkraft fürs Büro sucht.

Das Tierheim Uelzen ist eines von 550 Tierheimen, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind. Dieser hat dem heutigen Welttierschutztag das Motto gegeben „Lieblingstier – Tierheimtier. So einzigartig wie Du!“. Die Tierheime nehmen jährlich 370.000 Tiere auf, darunter 150.000 Katzen, 75.000 Hunde und 50.000 Kleinsäuger.

Barnys Verhalten hat sich übrigens verändert, sicher auch durch Gassigänger Köster. So geht er mittlerweile problemlos in ein Auto, wenn es zum Beispiel zum Tierarzt geht.

VON TIMO HÖLSCHER

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