Ehrenamtliche denken über Erweiterung nach / Zustände immer desolater

Tierheim braucht mehr Platz

Zwei Schützlinge von Karin Rothe, Leiterin des Tierheimes

Uelzen. Die Rettung von 45 verwahrlosten und vernachlässigten Katzen aus einem Uelzener Haushalt hat den Ehrenamtlichen vom Uelzener Tierheim erst kürzlich, wie berichtet, ihre Grenzen deutlich vor Augen geführt. Nicht nur nervlich, sondern auch räumlich.

Deswegen tragen sich Tierheim-Leiterin Karin Rothe und ihr Team auch schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, das Tierheimgebäude zu erweitern beziehungsweise durch ein neues zu ersetzen.

Vor allem der Gebäudeteil, in dem die Katzen untergebracht sind, bereitet den Tierschützern Kopfzerbrechen. Die rund ein Dutzend verglaste Kammern sind kaum größer als einen Quadratmeter. Bis zu sechs Samtpfoten zugleich müssen sich diesen Platz teilen. Schlafplätze und Katzenklos inklusive.

Wer sich für eine Katze aus dem Tierheim interessiert, hat Probleme, in der Enge überhaupt auf Tuchfühlung gehen zu können mit seinem potenziellen Schützling. „Manche von denen werden hier sterben, weil wir sie so gar nicht vermitteln können“, sagt Karin Rothe, „es kann ja niemand vernünftig Kontakt zu ihnen aufnehmen.“ Aber auch für die Ehrenamtlichen des Tierheims selber ist das Versorgen der Tiere und Reinigen in den schmalen Glasboxen kaum vernünftig möglich. Hinzu kommt eine schlechte Luft im Katzenhaus – wegen der Enge einerseits, wegen kaum möglicher Lüftungsmöglichkeiten andererseits. Aber auch das Hundehaus am anderen Ende des Tierheims lässt baulich zu wünschen übrig. „Dort drückt immer wieder Wasser durch den Fußboden“, berichtet Karin Rothe. Doch das Wasser kommt nicht nur von unten ins Gebäude: Wenn es stark regnet, tropft es auch durch das undichte Dach ins Tierheim.

Und weil es an Quarantäne-Räumen ebenso fehlt wie an einer Krankenstation, wollen die Tierschützer jetzt einen Um- beziehungsweise Anbau angehen. Wie genau der aussehen soll, ist noch offen. Nur eines steht fest: Die kürzlich von der Stadt Uelzen verdreifachten Zuschüsse an das Tierheim haben nichts damit zu tun.

Von Ines Bräutigam

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