Teurere Sorgenkinder

Im nächsten Jahr soll die neue Turnhalle des Lessing-Gymnasiums saniert werden. Doch der Bauzustand ist schlechter als erwartet. Daher werden die Arbeiten teurer als geplant. Auch in der alten LeG-Halle waren Baumängel festgestellt worden.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Manchmal mag sich Eckhardt Meier, Leiter des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg, sprichwörtlich wie im falschen Film vorkommen. Denn nicht nur während der Sanierung der alten Turnhalle des Lessing-Gymnasiums (LeG) sind Meier und seine Mitarbeiter vor einigen Monaten auf eklatante Baumängel gestoßen. Auch im Vorfeld der 2011 anstehenden Renovierung der neuen LeG-Turnhalle sind bisher unbekannte bauliche Probleme aufgetaucht. „Wir müssen die Halle umfangreicher sanieren als gedacht. Das Ganze wird deshalb teurer als geplant“, sagt Meier.

Wie berichtet, hatte die aus den frühen 60er-Jahren stammende alte Halle teilweise keine richtige Sohle. Stattdessen befand sich direkt unter dem Estrich ein Kiesbett. Zudem wurden die Innenwände seinerzeit nur auf Spanplatten gesetzt. Diese waren im Laufe der Jahre aber völlig durchfeuchtet, so dass dort Schimmelpilz-Bildung drohte. Allerdings stehen die Sanierungsarbeiten in der alten Halle inzwischen kurz vor dem Abschluss. Nach den Sommerferien soll dort wieder der Sportunterricht stattfinden. Rund 850 000 Euro – wegen der Baumängel 40 000 Euro mehr als ursprünglich kalkuliert – kostet die Renovierung der Halle. Dafür fließen Fördermittel in Höhe von etwa 500 000 Euro ausdem Sportstätten-Sanierungsprogramm des Landes.

Anders gelagert sind dagegen die Probleme in der 1983 gebauten neuen Turnhalle. „Wir haben dort eine schlechtere Bausubstanz als erwartet vorgefunden“, berichtet Meier. Vor allem der Zustand der elektrischen Leitungen und die Brandschutztechnik bereiten ihm Sorgen. Besonders akut ist das im Zwischentrakt zur alten Halle. Auch das Stockwerk über den Umkleiden und Duschen ist dringend sanierungsbedürftig. Wegen der vielen Oberlichter sei die Decke „durchfeuchtet und vom Wärmeschutz wie ein Schweizer Käse“, berichtet Meier. „Die hölzernen Dachdreiecke sind ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand.“

Dafür macht der Leiter des Gebäudemanagements allerdings nicht etwa Fehler während des Hallenbaus verantwortlich. „Das war damals einfach Stand der Technik, entspricht aber nicht mehr den heutigen Vorschriften bei Energie und Brandschutz“, betont er. Aus seiner Sicht muss daher unbedingt auch der Zwischenbereich renoviert werden: „Es macht keinen Sinn, beide Hallen zu sanieren und den Mitteltrakt zurückzulassen.“

Die Arbeiten in der neuen Halle sollen im Frühjahr 2011 beginnen, vorausgesetzt, die politischen Gremien der Stadt stimmen der Freigabe der Geldmittel zu. Bis zum Ende der darauf folgenden Sommerferien, so Meier, wäre der Umbau dann abgeschlossen.

Die Pläne sehen unter anderem den Einbau einer neuen Akustikdecke vor. Zudem soll die betagte Lüftungsheizung durch eine moderne Deckenstrahlheizung ersetzt werden. Ebenso werden Brandschutz und Elektroleitungen im Zwischentrakt erneuert. Die Gesamtkosten schätzt Meier auf etwa 450 000 Euro.

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