Die Stadtverwaltung will den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich im Uelzener Zentrum nicht auf die drei Marktstraßen beschränken

Tempo 10 in zwei weiteren Straßen

Die Rademacherstraße, aber auch die Schmiedestraße sollen ebenfalls zu verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen werden. Statt 30 km/h gilt dort künftig Tempo 10. Foto: Wendlandt

Uelzen. Die Stadtverwaltung will den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich im Uelzener Zentrum, in dem maximal Tempo 10 gefahren werden darf, nicht auf die drei Marktstraßen beschränken. Auch in der Rademacher- und der Schmiedestraße, bislang 30er-Zonen, soll künftig die neue Regelung gelten.

Die Heilig-Geist-Straße, in der zurzeit ebenfalls noch Tempo 30 angeordnet ist, wird zudem in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt, in dem Schrittgeschwindigkeit gilt. Diese Änderungen, die über die bisherigen Pläne der Verwaltung hinausgehen, kündigte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull jetzt im Stadtentwicklungsausschuss an.

Inzwischen steht auch der Termin für die Umgestaltung der Straßen fest: Voraussichtlich am Donnerstag nach Pfingsten sollen die Arbeiten beginnen. Zur optischen Gestaltung der Fahrbahnen und zur Drosselung der Geschwindigkeit der Fahrzeuge will die Stadt etwa 20 weitere Blumenkübel in den Marktstraßen aufstellen. Die Kübel würden aber zunächst nur provisorisch platziert, sagte der Dezernent. „Die Probephase geht bis August oder September, dabei ist ein Hin- und Herschieben der Kübel immer noch möglich.“

Während des Sommers will die Stadt prüfen, wie sich die Umgestaltung der Straßen bewährt. Bei einem positiven Fazit – und davon geht Scheele-Krogull aus – werden danach die Zuschussanträge bei der Regierungsvertretung Lüneburg gestellt. 75 Prozent der Gesamtkosten für den Straßen-Umbau können aus Ziel-1-Mitteln der EU finanziert werden.

Doch nicht bei allen Mitgliedern des Fachausschusses fanden die neuen Pläne der Stadt ein positives Echo. „Ich habe mit der Rademacher- und der Schmiedestraße Bauchschmerzen“, hält Karsten Jäkel (CDU) eine Ausweitung der verkehrsberuhigten Geschäftsbereiche zum Schutz der Fußgänger nicht für sinnvoll. „Dort gibt es keine Geschäfte, vor denen Passanten die Straßenseite wechseln müssen.“ In den beiden genannten Straßen könne wegen der geparkten Autos aber ohnehin nicht schneller als 20 oder 25 gefahren werden, erwiderte Scheele-Krogull. „Zudem sparen wir durch die Ausweitung der Tempo-10-Zone dort Verkehrsschilder ein.“

Ralf Munstermann (SPD) wunderte sich, warum der angrenzende Schnellenmarkt eine „Spielstraßen“-Zone mit Schrittgeschwindigkeit bleiben soll und dort nicht ebenfalls ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich geschaffen wird. Dem entgegnete Scheele-Krogull, dass es am Schnellenmarkt eine ganz andere Pflasterung gebe und überdies Fußgänger und Autofahrer dort gleichberechtigt seien. Im Gegensatz dazu hätten die Kraftfahrer in dem auch baulich anders gestalteten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich Vorrang.

Von Bernd Schossadowski

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