Neue Geräte erfassen Geschwindigkeiten

Uelzen: Mit Tempo-Tafeln an ausgewählten Stellen gegen „Raser“

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Unter anderem die Anlieger der Mühlenfeldstraße in Molzen klagten über Temposünder, die schneller als mit den erlaubten 50 Stundenkilometern die ortsauswärts fahren. Hier könnte eine Tempo-Messtafel zum Einsatz kommen.

Uelzen. Es blitzt nicht, die Autofahrer müssen auch nicht mit einem Ticket rechnen – und doch: Mit Hilfe von Geschwindigkeitsmessungen will die Stadt Uelzen nun Raser ausbremsen.

An ausgewählten Standorten werden künftig über jeweils einen Zeitraum von etwa 14 Tagen zwei neu angeschaffte Tempo-Messtafeln aufgestellt, die anonymisiert Verkehrsdaten erfassen. Die Geräte messen die Geschwindigkeiten, vermerken, ob es sich um ein Auto, Motorrad oder Lkw handelt, und zählen die Durchfahrten. „Diese Daten dienen zur Grundlagenermittlung für mögliche weitere Maßnahmen“, so Stadtsprecher Bernd Hinz. Heißt: Werden an einem Standort besonders häufig Verkehrsverstöße registriert, hat die Stadt gegenüber der Verkehrsbehörden und der Polizei eine Argumentation, wenn es eine Verkehrsberuhigung geht.

In den ersten Monaten des Jahres gab es vor allem in den Ortsteilen Uelzens Beschwerden aus der Bevölkerung. Von Rasern, die sich innerorts nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, war immer wieder die Rede. In Holdenstedt berichteten Anwohner der Schlossstraße von unzumutbaren Zuständen; in Molzen liefen Anlieger der Mühlenfeldstraße gegen Temposünder Sturm. „75 fahren die schon innerorts“, war unter anderem zu hören. Belegt werden konnte dies nicht – bis jetzt.

Rund 4000 Euro haben die beiden Messgeräte gekostet. Eines von ihnen wurde von den Orten finanziert. Die Ortsräte steuerten Geld aus ihrem jährlichen Budget dazu.

Nach Auskunft von Bernd Hinz sind die Geräte seit gut drei Wochen im Einsatz. Der Zeitraum ist noch zu kurz, als dass schon verwertbare Ergebnisse vorliegen und bereits erste Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen werden könnten.

Die Stadt will möglichst auch unverfälschte Ergebnisse. Deshalb würden die Standorte und Aufstellzeiträume der Messtafeln auch nicht veröffentlicht. Effekte wie bei stationären Blitzeranlagen, bei denen ortskundige Autofahrer vorher noch auf die Bremse steigen, sollen so vermieden werden. Es gehe um eine „möglichst unbeeinflusste und objektive Verkehrsdatenerfassung“, so Hinz.

Von Norman Reuter

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