Lärmschutzaktionsplan sieht Maßnahmen auf Ostring und in Oldenstadt vor

Tempo 30 oder Flüsterasphalt

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Tempo 30 könnte auch bald auf dem Ostring herrschen.

Uelzen. Wird der Ostring, eine der wichtigsten Straßen im Uelzener Stadtgebiet, künftig eine Tempo 30 Zone? „Theoretisch wäre das möglich“, sagt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull.

Und so geht es auch aus dem Lärmschutzaktionsplan vor, den die Hansestadt in der kommenden Woche öffentlich auslegen wird. Einen Monat haben dann die Uelzener Bürger und alle übrigen Träger öffentlicher Belange Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Darunter natürlich auch die Landesstraßenbaubehörde. Und genau die wird im weiteren Verfahren quasi das Zünglein an der Waage sein.

Denn bei der Untersuchung zum Lärmschutzaktionsplan – so ist es rechtlich geregelt – wurden alle Straßen im Stadtgebiet berücksichtigt, auf denen am Tag mehr als 8000 Pkws verkehren. Beinahe von Natur aus handelt es sich dabei fast ausschließlich um Landes- oder Bundesstraßen – so auch in Uelzen. „An drei dieser Straßen wurde eine Lärmbelastung für einige Anlieger von über 60 db(A) festgestellt“, gab Scheele-Krogull jetzt im Bauausschuss der Hansestadt bekannt. Dabei handelt es sich um Gebiete am Ostring, in Oldenstadt sowie Pieperhöfen.

Gemäß EU-Richtlinie muss die Stadt nun Gegenmaßnahmen vorschlagen. „Da gibt es nur die Möglichkeit, bei der nächsten Sanierung Flüsterasphalt einzubauen oder das erlaubte Tempo zu reduzieren“, erklärt Scheele-Krogull. Und genau diese Maßnahmen empfiehlt auch der Lärmschutzaktionsplan. Doch die Krux dabei: Die Stadt ist für alle drei Problemzonen gar nicht zuständig. Scheele-Krogull: „Straßenbaulastträger ist die Landesverkehrsbehörde. Mit ihr müssen wir uns wegen der Lärmschutzmaßnahmen dann auseinandersetzen – aber wir können sie zu nichts zwingen.“

Dieses Paradox resultiert daraus, dass eigentlich die Länder für den Lärmschutzaktionsplan zuständig gewesen wären. Die Aufgabe wurde dann aber nach unten an die Kommunen delegiert. „Aber es liegt natürlich dennoch in unserem ureigensten Interesse, anhand objektiver Daten zu sehen, wer wie stark von Lärm betroffen ist und unsere Bürger dann entsprechend zu schützen“, sagt Scheele-Krogull. Deswegen habe man sich trotz anfallender Kosten im unteren fünfstelligen Bereich nicht gegen die Aufgabe gewehrt.

Nach der öffentlichen Auslegung und der Prüfung der eingegangenen Stellungnahmen wird der Lärmschutzaktionsplan übrigens noch in diesem Jahr im Oldenstädter Ortsrat, in den zuständigen Ausschüssen und eventuell auch im Stadtrat diskutiert.

Von Steffen Schmidt

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