Verkehrsexperten wollen mit Geschwindigkeitslimit Tragödien vermeiden

Tempo 80 gegen Unfalltod?

+
Bei einer Kollision mit einem Straßenbaum an der Kreisstraße 32 zwischen Ellerndorf und Brockhöfe war vor etwa drei Wochen ein Mann ums Leben gekommen.

Uelzen/Goslar. Über eine Geschwindigkeitsgrenze von 80 Stundenkilometern auf Landstraßen wird heute und morgen beim Verkehrsgerichtstag in Goslar diskutiert. Mit dieser Tempodrosselung wollen Unfallforscher das Risiko von Baumunfällen vermindern.

Mit vor Ort ist Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg und Geschäftsführer der Unfallkommission. Er findet, dass nicht grundsätzlich eine Obergrenze von 80 Stundenkilometern eingeführt werden sollte, aber solch eine Beschränkung auf schmalen Fahrbahnen gelten müsste.

„Es gibt sehr enge Kreisstraßen, auf denen viel los ist“, sagt Dobslaw. Ein Beispiel dafür ist die weniger als 5,50 Meter breite Fahrbahn zwischen Stadensen und Wrestedt, erklärt er. Dort sei „eine Menge Verkehr“ unterwegs, und die Seitenränder seien bereits kaputtgefahren. „Auf solchen Strecken kann ich mir durchaus solch eine Regelung vorstellen.“ Gute Erfahrungen habe die Polizei mit der Einführung von Tempo 80 auf der L 233 zwischen Oetzfelde und Melbeck gemacht, die zuvor als Unfallhäufungsstrecke galt.

Es hängt zwar nur ein geringer Anteil aller Unfälle mit Straßenbäumen zusammen, sagt Dobslaw. Aber wenn Autos mit Bäumen kollidierten, fielen diese Unfälle zumeist besonders schwer aus: So gab es im vergangenen Jahr sechs Verkehrstote im Landkreis Uelzen. Zwei der Personen waren durch einen Unfall an einem Straßenbaum ums Leben gekommen. Baumunfälle seien in ganz Niedersachsen ein Problem.

„Vor dem Hintergrund ist es absolut richtig und absolut wichtig, dass man die Diskussion führt.“ Deshalb spricht sich der Polizist dafür aus, dass auf weniger gut ausgebauten Landstraßen, auf denen aber eine hohe Verkehrsbelastung zu spüren ist, das Tempo gedrosselt wird. Eine Möglichkeit wäre auch, eine grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern einzuführen. Dann müsse aber eine Ausnahmeregelung für Strecken zugelassen werden, auf denen 100 Stundenkilometer unbedenklich wären, sagt er.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare