Telekom erklärt Vorgehen mit sinkender Nachfrage

Telefonzellen – eine aussterbende Art: Apparat am Uelzener Herzogenplatz demontiert

Kürzlich wurde die Telefonzelle am Herzogenplatz in Uelzen abmontiert. Grund: Sie wurde nicht mehr ausreichend genutzt. Jetzt steht dort ein günstigeres Basistelefon.
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Kürzlich wurde die Telefonzelle am Herzogenplatz in Uelzen abmontiert. Grund: Sie wurde nicht mehr ausreichend genutzt. Jetzt steht dort ein günstigeres Basistelefon.

Uelzen – Einst waren sie an jeder Ecke zu finden, inzwischen sind sie eine aussterbende Art: die Telefonzellen. Auch in Uelzen musste jetzt wieder ein Exemplar weichen. Am Mittwoch vergangener Woche demontierte die Telekom den Apparat am Herzogenplatz.

„Grundsätzlich passen wir unseren Bestand an Telefonzellen fortlaufend dem Bedarf bei den Bürgern an. Wenn eine Station nicht mehr ausreichend frequentiert wird – so der Fall auch in Uelzen – bauen wir sie ab“, heißt es auf AZ-Nachfrage von Telekom-Sprecherin Stefanie Halle. Wie viele öffentliche Telefone jetzt noch in Uelzen übrig sind, kann Halle nicht sagen. Bundesweit seien jedoch noch knapp 17 000 Zellen in Betrieb. Zur Einordnung: Laut Statistik der Bundesnetzagentur kommen auf jeden Deutschen aktuell etwa 1,8 SIM-Karten für den Mobilfunk.

Doch nach welchen Kriterien wird entschieden, ob eine Telefonzelle abgebaut wird? „Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro im Monat stehen“, erklärt Stefanie Halle. Die sinkende Zahl öffentlicher Telefone sei also vom Nutzungsverhalten der Kunden abhängig. Daneben spielen laut Halle weitere Faktoren wie Kosten für Strom, Standortmiete oder Beseitigung von Schäden eine Rolle.

Inzwischen wurde am Herzogenplatz aber ein günstigeres Basistelefon installiert. Dieses ist nur mit Telefonkarte, nicht mit Münzen nutzbar. So soll Vandalismus vorgebeugt werden.

„Überall dort, wo es auch wirtschaftlich Sinn macht, bleiben öffentliche Telefone der Telekom auch in Betrieb“, erklärt Halle weiter. Dazu gehören auch Bahnhöfe. Damit scheint zumindest die Zukunft der Telefonzelle am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof für die nächsten Jahre gesichert.

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