Ramadan N. und Suleiman K. sollen sich bei Handygesprächen verständigt haben / Verteidiger schlägt „Zwischenresümee“ vor

Telefone abgehört: Absprachen über Erpressung

Ramadan N. und Suleiman K. müssen sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten.

Uelzen/Lüneburg. „Wie viel soll ich nehmen?“ – 1000 Euro in drei Etappen oder lieber 3000 Euro auf einmal? Telefonische Absprachen zwischen mutmaßlichen räuberischen Erpressern aus Uelzen über die Höhe der geforderten Summe waren gestern im Landgericht Lüneburg auf Band vorgespielt worden.

Die beiden Angeklagten Ramadan N. und Suleiman K. verfolgten die Telefonate zunächst ausdruckslos und konnten sich lediglich bei intimen Details, die mit dem Tatvorwurf selbst in keinem Zusammenhang standen, das Lachen nicht verkneifen. Im September 2011 sollen die beiden gemeinsam mit Arben P., der in einem anderen Verfahrens wegen Beihilfe zum Mord verurteilt worden war und sich in der Justizvollzugsanstalt Hamburg-Alsterglacis befindet, einen Mann aus einer Gaststätte im Landkreis Uelzen um 3000 Euro erpresst haben.

Nach Aussage des Mannes hätten sie dabei eine Waffe vorgezeigt. Beim Abspielen der Telefonate wurde deutlich, wie dieser Restaurant-Mitarbeiter von seinen Anrufern immer wieder – durch ständiges Nachhaken und zum Teil hektischen und lauten Tonfall – unter Druck gesetzt wurde, auf deren Aufforderung nach Uelzen zu kommen und das Geld mitzubringen. Ansonsten käme jemand von ihnen in sein Restaurant. „Ich kann nicht mehr ruhig denken“, versuchte der Angerufene die mutmaßlichen Erpresser zur Vernunft zu bringen, „was habt Ihr für Probleme?“ Telefongespräche zwischen den angeblichen Erpressern waren ebenfalls zu hören, auf Deutsch und Albanisch: „Ruf ihn an und sag ihm, dass Beni wartet und er das Geld sofort bringen soll“, übersetzte eine Dolmetscherin, wie einer dem anderen am Telefon Anweisung gab, das Opfer erneut zur Zahlung aufzufordern. Als der Mann der Zahlung nicht nachkam, sei er geschlagen worden, das gehe aus einem Telefonat hervor. Und daraufhin hieß es: „Ramadan ist durchgedreht“, so die Übersetzung. Zum nächsten Verhandlungstag am 8. Januar wird eventuell noch ein Polizeibeamter geladen.

Damit neige sich die Beweisaufnahme voraussichtlich langsam dem Ende entgegen, kündigte die 3. große Strafkammer an. Daraufhin schlug Verteidiger Dirk Schoenian vor, das Prozedere durch „eine Art Zwischenresümee“ und gegebenenfalls eine Einigung zu vereinfachen. Die Kammer hingegen hält es eher für möglich, dass die Verhandlungstage bis in den Februar hinein noch benötigt werden.

Von Diane Baatani

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