Vom Beatmungsgerät bis zur Trage: DRK und Land investieren in Ausstattung / Seminarhaus ist fertig

Technik für den Katastrophenfall

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Andreas Schulze von der Uelzener DRK-Bereitschaft (links) und Innenminister Boris Pistorius schauen sich im angeschafften Container um, der bei Katastrophenfällen zum Einsatz kommt.

Uelzen. Wasser hat eine enorme Zerstörungskraft. Der Schaden, der beim Hochwasser 2013 in Deutschland entstanden ist, wird von Versicherungsgesellschaften auf fast 12 Milliarden Euro beziffert. Menschen verloren Hab und Gut.

Kräfte des Uelzener DRK-Kreisverbandes standen diesen Menschen seinerzeit zur Seite. Ein solcher Einsatz ist jederzeit wieder vorstellbar.

„Weltweit ist eine Zunahme von Katastrophen festzustellen. Zwei Drittel gehen auf das Klima zurück“, sagt gestern Volkmar Schön, Vizepräsident des DRK-Bundesverbandes, bei seinem Besuch in Uelzen. Er ist genauso wie Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius nicht ohne Grund in die Hansestadt gekommen. Das Uelzener DRK hat mithilfe des Landes Niedersachsen in neue Ausstattung investiert, die bei Katastrophenfällen benötigt wird.

Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Notfallrucksäcke, Tragen und auch aufblasbare Rettungszelte sind in einem Container verstaut, der bei Großschadenslagen mithilfe einer neuen Zugmaschine zum Einsatzort transportiert werden kann. Ebenfalls zur angeschafften Ausstattung gehören ein Kommandowagen und ein weiterer Container, der als Sanitätsstation genutzt werden kann. Kosten für die Wagen und Container: Etwa 184. 000 Euro. Das Land übernahm rund 110 .000 Euro.

Symbolische Schlüsselübergabe (von links): Mirko Temmler (Referatsteilleiter Katastrophenschutz im Innenministerium), Hans Hartmann (Präsident des DRK-Landesverbandes), Landrat Heiko Blume, Uelzens DRK-Geschäftsführer Heinz Meierhoff, Innenminister Boris Pistorius, Andreas Schulze von der Uelzener DRK-Bereitschaft und Konrad Lampe (Präsident des Uelzener DRK).

Innenminister Boris Pistorius sagt gestern bei der symbolischen Schlüsselübergabe, dass eine zeitgemäße Technik unerlässlich ist, um für Katastrophenfälle gewappnet zu sein. Und er erinnert daran, dass in Deutschland viele ehrenamtliche Retter bei Großschadenslagen im Einsatz sind. Sie dürften erwarten, dass ihnen das entsprechende Arbeitsmaterial zur Verfügung steht. Mit den Investitionen in Uelzen „wird auch das Ehrenamt gestärkt und wertgeschätzt“, so Pistorius.

Technik und Ausstattung sind das Eine, die Einsatzkräfte müssen auch entsprechend geschult sein. Auch hier habe Uelzen investiert, wie Hans Hartmann, Präsident des DRK-Landesverbandes, gestern meint. 2017 entstand an der Miesbacher Straße in direkter Nachbarschaft zur Rettungswache ein Seminar- und Fortbildungszentrum. Realitätsnah können dort Einsätze geübt werden – beispielsweise in einem möblierten Wohnzimmer oder in einem Rettungswagen. Von einem Regieraum aus lassen sich verschiedene Krankheitsbilder bei einer Hightech-Übungspuppe simulieren. Auch Seminare für Mitarbeiter der DRK-Kindertagesstätten oder des Pflegedienstes finden an der Miesbacher Straße statt. Das Uelzener DRK beschäftigt knapp 800 Männer und Frauen, rund 200 weitere sind ehrenamtlich in der DRK-Bereitschaft aktiv.

Eine frühere Autowerkstatt wurde zum Seminarzentrum umgebaut, das gestern im Beisein des Innenministers auch offiziell eingeweiht wurde. Tim Meierhoff, designierter Geschäftsführer des Uelzener DRK: „Wir bilden aus, wir qualifizieren unser Personal über die reine Ausbildung hinweg ständig weiter und führen nun diese Aktivitäten in unserem neuen und modernen Seminarhaus zusammen.“

Von Norman Reuter

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Weitere Impressionen der Feierstunde gibt es auf der Facebook-Seite der DRK Bereitschaften Uelzen und Bad Bevensen:

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