Pastorin Schendel und Kirchenmusiker Struck gewinnen Lieder-Wettbewerb

Taufe auf dem Wolkenweg

Die Kaiserswerther Kantorei sang bei der Preisverleihung in Düsseldorf das Lied „Wolkenfelder auf dem nassen Gehweg“ von Pastorin Gertrud-Marianne Schendel aus Uelzen und Kirchenmusiker Christof Struck aus Wrestedt. Fotos: Privat

dib Uelzen/Landkreis. Die Zahl der Taufen von Jugendlichen und Erwachsenen hat sich innerhalb von 30 Jahren nahezu verdoppelt. Die üblichen Tauflieder passen aber nur zu Kindern.

Daher hat die Evangelische Kirche im Rheinland im „Jahr der Taufe“ 2011 einen bundesweiten Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Pastorin Dr. Gertrud-Marianne Schendel aus Uelzen und Kirchenmusiker Christof Struck aus Wrestedt mit „Wolkenfelder auf dem nassen Gehweg“ den ersten Platz errungen haben.

Gertrud-Marianne Schendel hat zu dem Stück den Text geschrieben, die Komposition stammt von Christof Struck. Für die Pastorin hat damit zum dritten Mal einen Liedpreis erhalten.

„Es geschieht oft, dass sich Jugendliche während der Konfirmandenzeit taufen lassen, und auch die Taufe von Erwachsenen ist gar nicht selten. Dafür eignen sich aber unsere klassischen Tauflieder nicht, die meist von der Säuglingstaufe ausgehen“, sagte Vizepräses Petra Bosse-Huber bei der Preisverleihung in der Düsseldorfer Johanneskirche. Rund 200 Lieder wurden bei dem Wettbewerb eingesandt. Dass der Bedarf an Liedern für Erwachsenentaufen wächst, zeige die kirchliche Statistik: Wurden im Jahr 1980 in der rheinischen Kirche 1226 Jugendliche und Erwachsene getauft, stieg deren Zahl auf 2020 im Jahr 2009 an. Damit liegt der Anteil der Taufen von Erwachsenen inzwischen bei knapp zehn Prozent.

Der Text des erstplatzierten Liedes von Schendel und Struck arbeitet mit einem ungewöhnlichen Bild: Wolkenfelder, die sich auf dem nassen Asphalt des Bürgersteigs widerspiegeln – das Gehen über diese schimmernden Wolkenfelder sei wie ein Wandern im Himmel. Es gehe um die Verbindung von Erde und Himmel auf den Glaubenswegen, die Getaufte mit Gott gehen, erläuterte Bosse-Huber.

Die Melodie passe gut zu den Bildern von Wolkenfeldern und Himmelsglück. Durch ihren ungewöhnlichen Fünf-Viertel-Takt unterstreiche sie die ausgemalte Luftigkeit und Helligkeit. Die Dynamik des Taufweges werde durch die Melodie singbar und spürbar lebendig.

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