Vorsicht, Diebe!

Tatserie in der Region Uelzen: Der Griff in die Taschen

Die Täter nutzen jede Chance, um aus Taschen Geldbörsen zu ziehen. Aktuell ermittelt die Polizei wegen einer Diebstahlsserie in der Region.
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Die Täter nutzen jede Chance, um aus Taschen Geldbörsen zu ziehen. Aktuell ermittelt die Polizei wegen einer Diebstahlsserie in der Region.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Vorsicht, Diebe! In der Region werden Geldbörsen und Taschen gestohlen, wenn Menschen ihren Einkauf in Supermärkten erledigen. Fast 25 Fälle gibt es seit Anfang März.

Uelzen/Landkreis – Es genügt ihnen ein kurzer Moment, in dem sich Menschen in einem Supermarkt einem Regal mit Lebensmitteln zuwenden. Aus den im Einkaufswagen abgestellten Taschen ziehen die Diebe Geldbörsen und Wertsachen. Die Polizei mahnt aus gutem Grund in diesen Tagen zur Vorsicht. Seit Anfang März werden in der Region gehäuft Taschen- und Portemonnaie-Diebstähle gemeldet.

Polizeisprecher Kai Richter berichtet von fast 25 Fällen in den vergangenen Wochen. „Der Gesamtschaden liegt bei gut 10 000 Euro“, so Richter. Jüngste Taten wurden gestern aus Dannenberg und Bardowick gemeldet. Immer wieder schlugen die Täter aber auch schon im Landkreis Uelzen zu, Supermärkte in Bad Bevensen und Bienenbüttel waren mehrfach Tatorte.

Die Ermittler gehen von professionellen Dieben aus. Sie haben es gezielt auf Senioren abgesehen. Und auffällig: Sie stehlen häufig dort, wo es keine Videoüberwachung gibt. Doch die Polizei besitzt Videomaterial: Unter anderem, weil mit gestohlenen EC-Karten Geld an Bankautomaten abgehoben wurde. „Das geht in die Tausende“, so Kai Richter.

Deshalb lautet auch der Appell von Silke Munstermann, die im Uelzener Polizeikommissariat für die Präventionsarbeit zuständig ist, keinesfalls PIN-Codes oder Geheimnummern in der Geldbörse mit sich zu führen. Dann haben die Täter leichtes Spiel.

Sollte ein Diebstahl oder der Verlust der Bankkarte bemerkt werden, sei es wichtig, die Karte sofort sperren zu lassen, Dazu kann die Nummer 116 116 gewählt werden. Zusätzlich sollten sich Betroffene mit ihrer Hausbank in Verbindung setzen. Die Taten sollten auch stets angezeigt werden, so Munstermann: „Es muss keinem peinlich sein.“ Die Täter seien versiert. Man selbst sei beim Einkauf automatisch abgelenkt.

Damit es aber erst gar nicht soweit kommt, sollte Folgendes beachtet werden, sagt Munstermann: Taschen mit Wertsachen sollten nicht in Einkaufswagen abgestellt werden. Vielmehr sollten Schlüssel und Portemonnaie am Körper getragen werden. „In der vorderen Hosentasche. Oder in verschlossenen Innentaschen von Jacken“, sagt Munstermann.

Dass ein Rucksack auf dem Rücken ein sicherer Platz für Wertsachen ist, sei ein Irrglaube, sagt die Polizeihauptkommissarin. Betroffene merkten es nicht, wenn sich jemand geschickt daran zu schaffen mache. Polizeisprecher Kai Richter kann berichten, dass in der aktuellen Tatserie in mindestens einem Fall von den Dieben ein Reißverschluss einer Tasche unbemerkt geöffnet wurde.

Wer etwas Verdächtiges beobachte, der möge sich an das Personal des Supermarktes wenden, rät Silke Munstermann. Sie war jetzt auch in Supermärkten in Bienenbüttel und Bad Bevensen, wo es häufiger zu Diebstählen kam, um dort die Leitungen für das Thema noch einmal zu sensibilisieren. Plakate, auf denen vor Taten gewarnt wird, hängen dort nun.

Die Polizei ist der Auffassung, dass die Diebstahlsserie auf das Konto von Tätern geht, die im norddeutschen Raum leben, von dort aus losziehen, um sich zu bereichern. „Wir haben junge Frauen und Männer, die wechselweise zusammen agieren“, schildert Polizeisprecher Kai Richter. Zeugenaussagen und Videomaterial werden zurzeit ausgewertet, um den Dieben auf die Schliche zu kommen. Die Polizei sucht weiter Zeugen: (05 81) 93 00.

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