Gewerkschaft und Arbeitgeber sind über Jahres-Sonderleistungen uneins

Tarifstreit in den Helios-Kliniken Uelzen, Wittingen und Gifhorn.

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Der Tarifstreit sorgt, laut Ralf Krüger, auch bei den Beschäftigten des Uelzener Klinikums für schlechte Laune.

js Uelzen/Wittingen. Tarifauseinandersetzung in den Helios-Krankenhäusern Uelzen, Wittingen und Gifhorn: Eigentlich war der neue Entgelt-Tarifvertrag für die rund 1630 Beschäftigten in den drei Häusern bereits ausgehandelt.

Bis zum 1. März 2015 sollen die Mitarbeiter unterm Strich sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 24 Monaten bekommen. Laut Ralf Krüger, Verdi-Sekretär beim Landesverband Niedersachsen/Bremen, hat Helios den Kontrakt aber noch nicht unterschrieben.

Grund: Die beiden Tarifparteien streiten über die Jahres-Sonderleistung. Nach Angaben Krügers wollte Helios beide Verhandlungen verquicken, was bisher unüblich war. Verdi lehnte ab. Daraufhin habe Helios den Vertrag hinsichtlich der Sonderleistungen zum 31. Dezember gekündigt und eben den Entgeltvertrag noch nicht unterschrieben.

„Jetzt stehen wir wieder am Anfang. Die Stimmung unter den Beschäftigten ist entsprechend schlecht“, so Ralf Krüger.

Vor allem auch deshalb, weil Helios die Sondervergütung verändern will. Bisher orientierte sich die Jahres-Sonderleistung an der Rendite. Jetzt bietet Helios 80 Prozent des Monatsbruttogehalts. „Ein Umschwenken auf eine feste Jahressonderzahlung hat für die Beschäftigten den Vorteil, dass sie unabhängig vom wirtschaftlichen Ergebnis jährlich mit einer garantierten Sonderzahlung rechnen können“, sagt Regionalgeschäftsführer Reiner Micholka. Verdi argumentiert: „Die Beschäftigten werden auf Kosten von Helios schlechter gestellt.“ In renditestarken Häusern wie Uelzen würde bei einer Umstellung den Beschäftigten ein halbes Monatsgehalt fehlen.

Von Jens Schopp

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