Pläne für Jugendpsychiatrie-Räume stocken / Helios erwägt anderweitige Nutzung

Tagesklinik auf der Kippe

Uelzen. Wer sich um einen Platz in der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik Lüneburg bemüht, braucht Geduld. Aber auch beim Helios-Klinikum Uelzen verharre man in Warteposition, sagt Geschäftsführer Franz Caesar.

Denn noch immer gebe es keine Fortschritte bei den Planungen um eine neue Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im ehemaligen Betriebskindergarten am Uelzener Stadtwald. Weil das Sozialministerium noch den Förderantrag prüfe, sagt Rolf Sauer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg.

Caesar aber meint: Eine mündliche Zusage gebe es bereits, das Land warte nur noch auf einen „Raum- und Funktionsplan“ von der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, die in Uelzen, wie berichtet, bis zum Spätherbst zwölf Tagesklinikplätze für Sechs- bis 14-Jährige und eine Institutsambulanz einrichten will. Seit rund einem halben Jahr warte man auf das Papier aus Lüneburg. Jetzt stellt Franz Caesar klar: „Wenn wir in der Zwischenzeit die Fläche selber brauchen, nutzen wir sie anderweitig. Dann ist das Projekt für uns geplatzt.“

Denn das Gebäude dient dem Helios-Klinikum als potenzielle Ausweichfläche. Möglich wäre an dieser Stelle zum Beispiel eine Stationserweiterung, erklärt Caesar, von einer Wunschlösung könne hinsichtlich der Pläne für eine Tagesklinik auch nicht die Rede sein. „Es gibt bessere“, sagt der Klinikum-Geschäftsführer. Laut Sauer liegen die Fakten anders: Er sagt, das Sozialministerium sei nun am Zuge, den Förderantrag für den Umbau zu prüfen.

Das Gebäude am Stadtwald gehört zum Uelzener Klinikum, somit wäre es auch für den Umbau zuständig. Geplant ist ein Zuschuss von rund 500 000 Euro vom Land Niedersachsen. Die Miete für die Tagesklinik der Lüneburger Psychiatrie würde ebenfalls in bestimmtem Umfang finanziert. Diese Konstellation sei „außergewöhnlich“, erklärt Sauer zu dem zeitaufwendigen Prozedere. Entscheidend sei aber die Perspektive auf einen neuen Klinikstandort in Uelzen.

In der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik in Lüneburg werden derzeit auch Kinder aus Uelzen mitbehandelt. Drei bis fünf Personen aus dem Kreisgebiet stehen nach Angaben von Chefarzt Dr. Alexander Naumann derzeit auf der Warteliste, zwischen zwei und vier Monaten liege die Wartezeit. Auszugehen sei aber von einem erheblichen „verdeckten Bedarf“ in der Region. Naumann: „Wenn wir in Uelzen wären, wäre die Tagesklinik immer voll.“

Von Anna Petersen

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