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Tagesklinik für Jugendpsychiatrie fortan in Uelzen

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Von: Norman Reuter

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Bei einem Rundgang wird gestern das Gebäude vorgestellt. Architektin Yajanua Hille (rechts) erklärt das Konzept für einen der Schulräume.
Bei einem Rundgang wird gestern das Gebäude vorgestellt. Architektin Yajanua Hille (rechts) erklärt das Konzept für einen der Schulräume. © Reuter, Norman

Die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie für den Landkreis Uelzen hat fortan ihren Sitz in der Hansestadt Uelzen. Ein Neubau ist dafür an der Alewinstraße fertiggestellt worden. Gestern erfolgte die Schlüsselübergabe. 

Uelzen – Die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie zieht von Bad Bevensen nach Uelzen. In der Hansestadt ist an der Alewinstraße dafür ein Neubau entstanden. Die Stiftung „Die Brücke“ hat das Gebäude errichten lassen. Nach einer Bauzeit von gut 18 Monaten ist es gestern zur symbolischen Schlüsselübergabe an die Psychiatrische Klinik Lüneburg gekommen, die die Tagesklinik unterhalten wird.

900 Quadratmeter wurden bebaut. „Wir sind fast in der Zeit fertig geworden, die wir uns vorgenommen haben“, sagt gestern Kai-Wolfhard Richter, Geschäftsführer der Brücke. Damit sei zu Beginn des Baus nicht zu rechnen gewesen. „Wir hatten viele Probleme zu bewältigen“ – Richter zählt auf: die Wasserstände im Boden, kontaminiertes Erdreich, das zu entsorgen war, eine Gasleitung.

Heute und morgen wird der Bau bezogen, ab kommenden Dienstag, 4. Oktober, werden in ihm Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16 Jahren von einem Team aus Ärzten, Therapeuten und Pädagogen betreut. Wie Chefärztin Vicki Richter erklärt: Häufig seien es Mädchen und Jungen mit Aufmerksamkeits- oder Angststörungen wie auch mit Depressionen, die therapeutische Hilfe in der Tagesklinik erhielten.

Das Konzept der Tagesklinik: Die Kinder sind wochentags in der Zeit von 8 bis 15 Uhr in der Tagesklinik, kehren dann wieder in ihre Familien zurück: „Besonders Kinder und Jugendliche profitieren sehr davon, wenn sie während der Therapie in engem Kontakt mit ihrer Familie und ihren Freunden bleiben“, so Vicki Richter.

In der Regel laufen die therapeutischen Hilfen in der Tagesklinik über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Danach ist es möglich, noch die Institutsambulanz zu nutzen. „Das ist dann wie ein Arztbesuch“, schildert Vicki Richter. Eine solche Institutsambulanz befindet sich derzeit noch an der Dieterichsstraße, soll später aber mit ins neue Gebäude ziehen.

Die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie war bis zur Fertigstellung des Baus in Uelzen seit 2018 zunächst in Räumen der Diana-Klinik in Bad Bevensen untergebracht, wo gestern bereits gepackt wurde.

Für die Brücke, die in unmittelbarer Nähe auch eine Tagesklinik für Erwachsene mit psychischen Leiden unterhält, bleibt der Neubau, der für einen Millionenbetrag errichtet wurde, nicht das letzte Projekt. Es soll noch ein sogenanntes Teilhabezentrum entstehen, in dem Mitarbeiter für Eingliederungshilfen Platz finden. Dafür soll ein derzeit leer stehendes Haus an der Alewinstraße 19 mit einem noch zu errichtenden Zwischenbau als Verbindung zu einem anderen Gebäude der Brücke genutzt werden. „Das soll 2024 realisiert sein“, so Kai-Wolfhard Richter.

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