Neue Kampagne der Uelzener Zuckerfabrik beginnt bereits am 8. September / Sehr gute Ernte

134 Tage rund um die Rübe

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Die beue Kampagne der Uelzener Zuckerfabrik beginnt bereits am 8. September. Das Uelzener Wekr rechnet mit einer sehr guten Ernte.

Uelzen. Kühl, nass und unbeständig zeigten sich die vergangenen Monate im Landkreis Uelzen. Und so sind Badegäste und Sonnenhungrige auch reichlich frustriert über diesen Sommer. Doch es gibt einen absoluten Profiteur der wechselhaften Witterung: die Rübe. Sie erlebt in diesem Jahr außergewöhnlich gute Vegetationsbedingungen – und sie wächst und wächst.

Deshalb beginnt die neue Rübenkampagne der Uelzener Zuckerfabrik bereits am 8. September, drei Wochen früher als gewöhnlich. Die Saison wird voraussichtlich bis Mitte Januar 2012 dauern und mit insgesamt 134 Tagen eine der längsten seit vielen Jahren in Uelzen sein. Zum Vergleich: Im Vorjahr dauerte die Kampagne 121 Tage. „Für die Entwicklung der Rübe war dieses Jahr bislang optimal“, sagt Sven Buhrmann, Leiter des Uelzener Nordzucker-Werkes.

„Das Frühjahr war trocken, da konnte die Rübe lange Wurzeln ausbilden. Ab Juni wurde es dann feucht, so dass sich der Rübenkörper gut gebildet hat.“ Auch die mäßig warmen Temperaturen im Hochsommer hätten das Wachstum begünstigt. „Jetzt müsste es nur noch einen schönen September geben, das würde den Zuckergehalt erhöhen“, hofft Buhrmann auf sonnig-warmes Wetter. Ganz anders präsentierte sich die Witterung hingegen im vorigen Dezember. Damals stockte die Anlieferung der Rüben aufgrund von Schnee und Eis.

Die Folge: Für mehrere Tage musste die Verarbeitung im Uelzener Werk unterbochen werden (AZ berichtete). Die Zuckerfabrik hat daher auf die schlechten Erfahrungen reagiert. „Wir haben den Start auch deshalb so früh gewählt, um das Risiko zu minimieren, in die unsicheren Januartage zu geraten“, erläutert Buhrmann. Er blickt der neuen Kampagne zuversichtlich entgegen. „Aufgrund der Ergebnisse der ersten Proberodungen gehen wir derzeit von einem Rübenertrag aus, der deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von etwa 62 Tonnen pro Hektar liegen wird“, sagt der Werksleiter.

Jedoch werde das Wetter in den nächsten Wochen noch eine Rolle für das Gewicht und den Zuckergehalt der Rüben spielen. Buhrmann erwartet, dass die Gesamtmenge der Rüben, die in der kommenden Saison in der Uelzener Fabrik verarbeitet werden, bei etwa 2,45 Millionen Tonnen liegen wird – rund eine halbe Million mehr als vor einem Jahr. Für die Uelzener bedeutet das aber auch, dass ab dem 8. September täglich wieder hunderte Rübenfahrzeuge aus ganz Norddeutschland ihre süße Fracht zur Zuckerfabrik transportieren werden.

Das wird für so manche Staus auf den Straßen sorgen. Doch weil die Rüben 24 Stunden am Tag – von Montagfrüh bis Samstagabend – angeliefert werden, lässt sich das Verkehrsaufkommen weitgehend entzerren, betont Buhrmann. „Dadurch gibt es, anders als in der Vergangenheit, keine Spitzenzeiten mehr im Verlauf des Vormittags.“ Schon seit einigen Jahren verfährt die Zuckerfabrik nach diesem Prinzip.

Von Bernd Schossadowski

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