Barmer-Gesundheitsreport: Uelzener zwar seltener, aber auch länger außer Gefecht

15 Tage krank am Stück

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Uelzen. Die Uelzener sind nicht so häufig krank wie die Menschen im Bundesdurchschnitt – aber wenn sie beim Arbeitgeber einen „gelben Zettel“ abgeben, sind sie länger krank als im bundesweiten Schnitt. Das ist das Ergebnis des Barmer-Gesundheitsreportes für Niedersachsen.

„Deutschlandweit waren 53,5 Prozent, also über die Hälfte der Menschen, mindestens ein Mal im Jahr krank geschrieben, im Kreis Uelzen waren es 0,6 Prozent weniger“, sagt Günther Kath, Bezirksgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer GEK. Eine einzelne Arbeitsunfähigkeitsmeldung belief sich im Bund im Durchschnitt auf 12,8 Tage, im Kreis Uelzen auf 15,3 Tage.

Bemerkenswert ist dabei die Auswertung der ärztlichen Diagnosen: Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen gab es im Kreis Uelzen 34,6 Prozent mehr als im Bund, bei Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems lag Uelzen 33,8 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und bei Verletzungen und Vergiftungen ist der Uelzener Wert noch 26 Prozent höher als im Bund. Dagegen wurden 13,4 Prozent weniger Krankheiten des Atmungssystems diagnostiziert.

„Allerdings sind bei der Interpretation dieser Ergebnisse viele Einflüsse zu bedenken“, betont Kath. So führen oftmals gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten Schwelle zum Fernbleiben vom Arbeitsplatz. „Ein Arbeitnehmer kann beispielsweise schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er sich krankschreiben lässt“, so der Bezirksgeschäftsführer. Eine leichtere Fußverletzung kann bei ausschließlicher Bürotätigkeit am Schreibtisch weitgehend ohne Fehlzeiten heilen. Dagegen kann eine identische Verletzung bei anderen Berufen, beispielsweise bei Briefträgern, zu mehrwöchigen Arbeitsausfällen führen.

„Auch das Klima am Arbeitsplatz dürfte unterschiedliche Auswirkungen haben“, erklärt Kath. Höhere Krankenstände könnten Folge eines schlechten Betriebsklimas sein. „Zählt man Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes als einen Aspekt des Betriebsklimas, kann ein negatives Klima aber auch zur Vermeidung von berechtigten Fehlzeiten führen“, so Kath.

Von Thomas Mitzlaff

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