Uelzenerin beklagt Gebühren für Hammersteinplatz / Stadt: 300 kostenfreie Plätze am Marktcenter

Tägliches Ärgernis mit dem Parken in Uelzen

+
Wo kann man in Uelzen parken – und das möglichst kostenlos? Der Hammersteinparkplatz wird gebührenpflichtig, dafür gibt es 300 freie Plätze im Marktcenter-Parkhaus.

Uelzen. Bettina Scharka ist verärgert. Der Hammersteinparkplatz in Uelzen soll im Frühjahr gebührenpflichtig werden. Scharka stellte bislang mehrmals die Woche ihr Auto auf dem Parkplatz ab, um von dort aus zu ihrer Arbeitsstelle an der Achterstraße zu laufen.

Dieser Weg war ihr schon immer zu weit – nicht wegen der Strecke, die sie zurücklegen muss. „Das Laufen stört mich nicht. “ Vielmehr sorgt Scharka sich um ihre Sicherheit.

Sie arbeitet in einer an der Achterstraße liegenden Spielautomaten-Halle. Nicht jeder Kunde gewinnt, nicht jeder verlässt mit einem Lächeln die Halle. Zudem müsse sie durch die Gudesstraße. Beim Frühdienst gehe sie noch vor 6 Uhr durch die Stadt, gerade am Wochenende sei dann an der Gudesstraße noch „Rambazamba.“ Trotz allem habe sie das Angebot des kostenfreien Platzes genutzt, um keine Parkgebühren zahlen zu müssen. Dass sie künftig ein Ticket zieht, ist für sie keine Option. „Ich habe letzten Monat 23 Tage gearbeitet. Was kostet das?“

Die Stadt gibt eine Antwort darauf, erklärt, dass für den Hammersteinparkplatz neben den kürzlich angehobenen Gebühren von 1,30 Euro pro Stunde auch Tagestickets angeboten werden sollen: Drei Euro sollen sie kosten. Bei 23 Arbeitstagen im Monat macht das 69 Euro.

Womöglich fallen Parkplätze an der Hutmacherstraße weg.

Die Stadt weist darauf hin, dass der Hammersteinparkplatz erst gebührenpflichtig wird, wenn das Marktcenter mit dem dazugehörigen Parkhaus öffnet, und in diesem stünden von den 680 Stellplätzen 300 kostenlos zur Verfügung. Für Bettina Scharka ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kreisverwaltung wolle sicherlich auch dort parken, sagt sie. Mehr als 400 Beschäftigte sind für den Landkreis tätig, der Großteil im neben dem Marktcenter gelegenen Kreishaus. Außerdem: Im Innenstadtbereich schrumpfe die Zahl der Parkplätze insgesamt, sagt Scharka. Wie berichtet, hat der Eigentümer der Fläche an der Hutmacherstraße den Pachtvertrag für den dortigen Parkplatz mit der Stadt gekündigt. Unklar ist, ob er erhalten bleibt. Das ehemalige Tep&Tap-Gelände, das vorrübergehend als Parkplatz genutzt werden konnte, wird inzwischen teilweise bebaut.

300 freie Plätze im Marktcenter-Parkhaus wird es geben.

Bettina Scharka, die in Wieren wohnt, hat bei der Stadt angefragt, wo sie denn künftig kostenlos noch parken könne. Die Auskunft, die sie erhalten hat: Das Stadthallen-Areal am Schützenplatz und das Albrecht-Thaer-Gelände. „Das ist mir aus dem Sicherheitsgedanken heraus zu weit.“ Der AZ werden noch als kostenlose Parkplätze das Parkhaus am Marktcenter und das Gelände am Herzog-Ernst-Gymnasium genannt. Öffentliche Verkehrsmittel helfen Scharka nicht weiter. Busse würden weder so früh morgens zu Arbeitsbeginn noch bei Spätschichten so spät abends fahren. Sie verlässt dann die Spielhalle nach 24 Uhr, der letzte Bus startet gegen 20 Uhr. Scharka wünscht sich möglichst kostenlose Plätze in der Innenstadt – und nicht nur sie, wie die Wierenerin sagt. Auch andere Berufstätige erhofften sich Besserungen.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare