Querungshilfe wird zur unendlichen Geschichte

Das tägliche Wagnis: Achtjähriger muss in Groß Liedern über die B 71

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Der achtjährige Domenik muss täglich die B 71 überqueren. Sein Vater Serge Bickhardt weiß von brenzligen Situationen zu berichten und hofft auf eine Querungshilfe. Auch seine Tochter Kimberly wird einmal alleine die B71 überqueren müssen.

Uelzen-Groß Liedern. Für Domenik ist es ein tägliches Wagnis. Der Schulbus zur Grundschule im Nachbarort fährt von der Kirche in Groß Liedern ab. Um ihn zu erreichen, muss der Achtjährige früh morgens die Bundesstraße 71 überqueren.

In der vergangenen Woche hat nicht viel gefehlt und der Junge wäre angefahren worden. Mit hohem Tempo, so berichtet Vater Serge Bickhardt, sei ein Auto die Straße entlang gebrettert.

Bickhardts, die seit Anfang Juni an der Ortsdurchfahrt wohnen, sehen Handlungsbedarf – wie so viele Groß Liederner. Versprochen ist dem Ort eine Mittelinsel auf der B 71. Über Jahre hatten sich die Bewohner für sie stark gemacht. Eine Kostenübernahme wurde von Land und Bund jedoch immer wieder abgelehnt, weil es zu wenig querende Fußgänger gebe.

Im Frühjahr 2014, nachdem sich der Ortsrat an Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies gewandt hatte, war ein Durchbruch gelungen. Die Landesstraßenbaubehörde bestätigte, für die Kosten aufkommen zu wollen. Noch im vergangenen Jahr sollte die Querung an der Kreuzung nach Oldenstadt entstehen. Gebaut wurde sie bis heute nicht.

Groß Liederns Bürgermeister Wilfried Teichmann berichtet von unerwarteten Problemen. Für den Bau, so erläutert er auf AZ-Nachfrage, sei zu klären gewesen, ob die Querungshilfe den Anforderungen in Sachen Sicherheit für die Fußgänger und Autofahrer standhält. Es habe sich gezeigt, dass dort, wo ursprünglich die Mittelinsel entstehen sollte, sie nicht gebaut werden kann. Ein angrenzendes Firmengelände werde von größeren Fahrzeugen angesteuert. Ihnen bliebe mit der Querungshilfe zu wenig Platz, um auf die B71 einzubiegen. „Jetzt soll der Übergang acht Meter weiter in Richtung Uelzen gebaut werden“, so der Bürgermeister. Die Pläne müssten überarbeitet werden.

Wenn schon neu gedacht werden müsse, so gibt Domeniks Vater zu bedenken, dann sollte geprüft werden, ob nicht ein anderer Standort sinnvoller wäre. Würde die Querungshilfe nahe der Kreuzung zum Eichelberg entstehen, könnte sie auch all jenen, die Kinder zur Kita bringen müssen, einen sicheren Weg bieten.

Von Norman Reuter

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