Süßer die Kassen nie klingeln?

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Der Weihnachtsmann begrüßte junge Einkäufer am Adventssonnabend.

jf Uelzen. Vier große Einkaufstüten, zwei an jeder Hand, schleppt Marion Wegener durch Uelzens Fußgängerzone. Es ist Sonnabendvormittag, 11.30 Uhr. „Eigentlich sind wir nur auf der Durchreise“, sagt Wegener, die mit ihrem Mann unterwegs ist, „wir kommen aus Ludwigslust und wollen unseren Sohn in Munster besuchen – und in Uelzen halten wir immer für ein paar Stunden.“ Innerhalb von nur zwei Stunden ist der wesentliche Teil des Weihnachtseinkaufs für die Wegeners dann erledigt.

Süßer die Kassen nie klingeln? Die Adventszeit ist die Umsatzhoffnung des Einzelhandels. Am zweiten Adventssonnabend war Uelzens Innenstadt recht gut besucht, Wochen- und Weihnachtsmarkt lockten, der Einzelhandel hatte sich auf die Weihnachtskäufer eingestellt. Immerhin bleiben keine drei Wochen mehr, um sich mit Schönem für die Lieben einzudecken.

Immer gut auf dem Gabentisch: Ein Buch. Oder zwei oder drei. „Nachdem uns das Wetter in den letzten Tagen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, läuft’s nun ziemlich rund“, befand Urthe Eilers, Leiterin der Buchhandlung Decius. Trotz allerlei elektronischer Angebote, die Konkurrenz machen: „Das gute alte Buch ist nicht totzukriegen“, sagt Eilers. Besonders gefragt: Noch immer Thilo Sarrazin, auch Loki Schmidt und das Papst-Buch „Licht der Welt“, dazu Vampirgeschichten wie „Evermore“.

Auch Kleidung und Schokolade gehören zu den Vorweihnachtsverkaufshits: „Dicke, warme Jacken und Rollkragenpullover“ stehen bei Mode Wissmach hoch im Kurs, erzählt Modefachverkäuferin Annika Wannewitz, die in diesem Jahr schon die Spannbreite Uelzener Einkaufsverhaltens erlebt hat: „Von brechend voll bis ausgestorben war alles dabei“, insgesamt aber sei man „durchaus zufrieden“. So auch in der Confiserie Arko. „Die Leute setzen vermehrt auf Qualität“, weiß Filialleiterin Silke Woltersdorf – „und bei uns gibt’s eben alles Gute für die Seele“. Aktuell sind das vor allem Trüffelsterne.

Für manche sinkt der Uelzener Stern jedoch: „Die Auswahl in Uelzen wird immer weniger – und es war hier auch schon mehr los“, befanden beispielsweise Ingetraud und Hans-Jürgen Mansky aus Suderburg. Und dennoch: Von Krisenstimmung sind kaum Spuren zu sehen.

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