„Er suchte sexuelle Befriedigung“ - Uelzener verurteilt

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rast Uelzen/Lüneburg. Wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung in zwei Fällen und eines Handtaschenraubs hat die 2. Große Strafkammer am Landgericht Lüneburg den Uelzener Dennis M. (29) gestern zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Für eine Verurteilung im dritten angeklagten Fall reichten die Beweise nicht.

Die Richter hatten keinen Zweifel daran, dass Dennis M. am 7. Februar und am 1. August eine 15-jährige und eine 23-jährige Uelzenerin überfallen hatte, die frühmorgens zu Fuß auf dem Nachhauseweg waren. Das Motiv laut dem Vorsitzenden Richter: „Er suchte sexuelle Befriedigung.“ Der Angeklagte hatte die Taten immer wieder geleugnet. In dem Indizienprozess hatten ihn laut Urteil die Täterbeschreibung durch die Opfer, DNA-Spuren und vor allem Fasern überführt.

Dr. Dietrich Inhülsen vom Landeskriminalamt hatte Kleidungsstücke des Angeklagten und der Opfer untersucht. Das 15 Jahre alte Mädchen, dem der Täter drohte, er werde es erschießen, falls es sich nicht ausziehe, trug unter anderem eine schwarz-braune Jacke. Auf der fand der Gutachter zwei Faserspuren, die mit Fasern der Sweat-Jacke aus Baumwolle von Dennis M. übereinstimmten. Auf der anderen Seite befand sich auch eine Acrylfaser seiner Kleidung auf der Jacke des Mädchens.

In dem zweiten Fall, für den der Uelzener verurteilt wurde, fanden sich drei vom T-Shirt des Opfers stammende Viskosefasern auf dem Kapuzenpullover des Angeklagten und drei Polyesterfasern seines Pullovers auf dem T-Shirt der 23-Jährigen. Im dritten Fall, bei dem eine 16-Jährige Opfer wurde, gab es keine Faserspuren des Angeklagten.

Bei den verurteilten Taten hatte Dennis M. laut Vorsitzendem Richter die Opfer verfolgt und von hinten angefallen. Dabei wurden beide verletzt, konnten aber noch rechtzeitig vor dem Mann flüchten. Keines der Opfer sah das Gesicht des Sex-Täters, Beschreibung von Größe, Statur und Haaren trafen allerdings auf Dennis M. zu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, M. kann noch in die Revision vor den Bundesgerichtshof ziehen.

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