Amerikanisches Unternehmen vermutet Bodenschätze in der Heide

Suche nach flüssigem Gold

+
Soweit ist es noch nicht: Bevor an einer Förderung von Erdgas oder Erdöl zu denken ist, will das amerikanische Unternehmen zunächst ermitteln, ob es die Bodenschätze in der Heide gibt.

Uelzen. Ob J.  R. Ewing seine Finger im Spiel hat, ist nicht bekannt. Doch es hat etwas von „Dallas“, der amerikanischen Kultserie, in der es neben Intrigen vor allem um das Geschäft mit dem Öl geht: Ein amerikanisches Unternehmen will in der Heide nach Erdgas und auch nach Erdöl suchen.

Die Landkreise Lüneburg, Harburg, Heidekreis und auch Uelzen wurden deshalb vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie aufgefordert, Stellungnahmen abzugeben.

Wie der Sprecher des Landkreises Uelzen, Martin Theine, gestern auf AZ-Nachfrage sagte, würden die Mitarbeiter der Fachämter für die Stellungnahme gegenwärtig mögliche Auswirkungen einer Suche nach Bodenschätzen ermitteln. Schon jetzt lasse sich aber sagen, dass einer Erkundung nur dann widersprochen werden könne, wenn öffentliche Interessen wie beispielsweise der Naturschutz, die Trinkwasserqualität oder die Jagd betroffen wären. Das Gebiet, in dem nach Erdöl und -gas gesucht werden soll, umfasse zu sieben Prozent Flächen im Landkreis Uelzen, sagte Martin Theine abschließend.

Das Landesamt für Bergbau selbst zeigte sich auf Nachfrage wortkarg. Zum Antrag könne keine Auskunft gegeben werden, hieß es, weil dieser Betriebsgeheimnisse beinhalte, deren Bekanntwerden gegenüber konkurrierenden Unternehmen zu wirtschaftlichen Schäden führen könnte. Das Amt bestätigte aber, dass es ein Antragsverfahren gibt, in dem es um das Aufsuchen von „bestimmten Bodenschätzen“ geht.

Die „Neuigkeit“ von der Absicht des amerikanischen Unternehmens, in der Heide nach Erdöl und -gas suchen zu wollen, musste Wilfried Meyer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Kreisverband Uelzen, gestern erstmal auf sich wirken lassen. Unterrichtet von der AZ, wolle er nun in dieser Angelegenheit mit dem Kreisverbandsvorstand Rücksprache halten, um dann gegebenenfalls zu reagieren. Die Suche und Förderung von Erdgas sei in Niedersachsen nicht neu, wohl aber die Suche nach Erdöl, sagte Meyer. Das Fördern des Rohstoffes sehe er kritisch, da möglicherweise Öl ins Erdreich oder in Gewässer gelangen könnte. „Das wäre schlimm“, so der BUND-Mann. Er halte es für nicht ausgeschlossen, dass der Landkreis Uelzen sich noch an den Kreisverband wenden werde, um die Expertise des Umweltverbandes in Anspruch zu nehmen. „In der Vergangenheit wurde diese Möglichkeit genutzt“, sagte Meyer.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare