Weihnachtsfest wird im Kreis Uelzen mild und grün / Bis zu 12 Grad möglich

Sturmgefahr statt Schnee

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Vergebliches Warten auf Schnee: Zu Weihnachten soll es ungewöhnlich mild und zeitweise nass werden. Allerdings besteht ausgerechnet an Heiligabend die Gefahr starker Stürme. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Selten war eine Wetterprognose zu Weihnachten schon so früh so eindeutig wie diesmal: Weihnachten bleibt grün und mild – und das ohne Wenn und Aber.

Was von den Wettermodellen in den vergangenen Tagen aber auch immer wieder angedeutet wird, ist ein Sturmrisiko zu den Festtagen. Hintergrund ist die Großwetterlage. Schon seit zwei Monaten läuft die nordatlantische Wettermaschine auf Hochtouren. Einen ersten ungewöhnlich frühen und heftigen Vorgeschmack auf die Sturmsaison bekam Norddeutschland mit dem Orkantief „Christian“ schon am 28. Oktober zu spüren. Am 5. und 6. Dezember folgte das ausgedehnte und langlebige Orkantief „Xaver“.

Bis heute hat sich die Situation über dem Nordatlantik nicht geändert. Nach wie vor treffen im Seegebiet zwischen Neufundland und Grönland extrem kalte Luftmassen aus einem großen Kältereservoir über Nordostkanada und subtropische, teilweise sogar tropische Luftmassen aus dem Golf von Mexiko direkt aufeinander. Explosionsartige Tiefdruckentwicklungen mit enormen Windgeschwindigkeiten sind die Folge.

Für die Weihnachtswoche werden von den Wettermodellen im Raum Britische Inseln/Island/Grönland wahre Monsterstürme simuliert, die mit Luftdruckwerten von teilweise unter 950 Hektopascal der Gewalt tropischer Wirbelstürme nahe kommen. Über das letzte Adventswochenende weitet sich ihr Einfluss immer mehr nach Norddeutschland aus. Im südlichen Randbereich der Tiefdrucksysteme besteht zudem die Gefahr der Bildung schnell laufender Randtiefs wie „Christian“, so dass es ausgerechnet an Heiligabend in Norddeutschland ordentlich zur Sache gehen könnte. Die genaue Entwicklung und Zugbahn dieser so genannten „Schnellläufer“ ist erst ein bis zwei Tage im Voraus gut zu bestimmen. Das Potenzial dazu ist jedenfalls vorhanden.

Fest steht, dass uns das Christkind wie im vergangenen Jahr sehr milde, zeitweise nasse und windige Weihnachten bescheren wird. Dabei klettern die Temperaturen an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag auf 10 bis 12 Grad. Stürmische Winde vom Atlantik lassen die Werte ab dem zweiten Weihnachtstag zwar wieder sinken, doch ist ein Wintereinbruch bis ins Flachland auch zum Jahreswechsel immer noch nicht in Sicht. Wie es im neuen Jahr weitergeht, ist völlig offen. Bleibt es mild, sieht es auch für den Hochwinter im Januar und Februar wenig rosig aus. Dann wäre mehr mit Tau- als Winterwetter zu rechnen. Also genau so, wie es die meisten internationalen Jahreszeitenprognosen weiterhin vorhersagen. Einzig der Deutsche Wetterdienst tanzt aus der Reihe. Er hält jetzt einem eher zu kalten Winter die Stange. Nach dem 3 Grad zu milden Dezember müsste uns dann noch eine ganze Menge Schnee und Eis ins Haus stehen.

Von Reinhard Zakrzewski

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