SuedLink: Verlauf durch Ostniedersachsen nicht mehr ausgeschlossen

Stromtrasse durch den Kreis?

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Solch eine Trasse könnte auch bald durch die Kreise Uelzen und Gifhorn laufen.

Uelzen. 70 bis 80 Meter hohe Masten im Abstand von 300 bis 400 Metern, darauf Leitungen, die Windstrom von der Nordseeküste bis nach Bayern transportieren.

Die Diskussion über die Stromtrasse SuedLink konnten Bürger und Politiker im östlichen Niedersachsen bisher relativ entspannt verfolgen. Das könnte sich ändern – denn der Netzbetreiber Tennet muss seinen gesamten Untersuchungskorridor noch einmal überprüfen. In dem liegen auch die Landkreise Uelzen und Gifhorn. Ergebnis völlig offen.

Die Vorzugsvariante „Mitte-West“, die Tennet im Dezember der Bundesnetzagentur vorlegte, sah eine Streckenführung an Verden, Hannover und Hildesheim vorbei in Richtung Fulda und schließlich weiter bis nach Grafenrheinfeld in Bayern vor. Aus dem Rennen war damit die sogenannte Ost-Variante – und die würde von Hamburg in Richtung Lüneburg abzweigen und ab dort grob dem Verlauf der A 39 folgen: An Bienenbüttel und Bad Bevensen vorbei, östlich von Uelzen in Richtung Bad Bodenteich, weiter entlang dem Elbe-Seitenkanal, die B 244 bei Glüsingen kreuzend. Von Ehra aus würde die Strom-Magistrale nach Südwesten abknicken, vorbei an Gifhorn bis Rötgesbüttel, von dort wieder nach Südosten, in Richtung Wolfsburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern (Karte: http://suedlink.tennet.eu).

Als sich nun am 9. Juni in Wolfsburg Vertreter der von der Mitte-West-Variante betroffenen Landkreise trafen, sei die verworfene Ost-Variante „wieder hervorgeholt“ worden – so die Informationen, die dem Gifhorner Landrat Dr. Andreas Ebel vorliegen. Die Kreisverwaltung sei bisher allerdings nicht über einen neuen Verfahrensstand informiert worden, auch sein Kollege in Uelzen, Dr. Heiko Blume, habe auf seine Nachfrage nichts von neuen Entwicklungen gewusst, so Ebel.

Die Bundesnetzagentur hatte hatte jüngst Planungslücken moniert und umfangreiche Nachbesserungen angemahnt. „Es kann zu Veränderungen in den Korridoren kommen, es kann aber auch sein, dass sich nichts ändert“, sagt Michael Roth, Teilprojektleiter Kommunikation bei Tennet. Resultate soll es nach der Sommerpause geben.

SuedLink, die „Hauptschlagader der Energiewende“, soll 2022 stehen. Baubeginn soll – eigentlich – 2016 sein. Die Ost-Variante wäre mit 668 Kilometern rund 60 Kilometer länger als „Mitte-West“ und damit unwirtschaftlicher.

Von Holger Boden

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