Strom wird deutlich teurer

Aufstellung einer Windanlage bei Langenbrügge im Dezember 2009: Die Betreiber erneuerbarer Energien sind in der Region Uelzen überproportional stark vertreten. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Haushalte und Unternehmen müssen im kommenden Jahr für Strom wohl tiefer in die Tasche greifen: „Der Preis wird voraussichtlich bei vielen Versorgern deutlich steigen“, sagt Holger Jasper, Vertriebschef bei der SVO Energie. Bundesweit rechnen Stromversorger mit einem Anstieg um rund zehn Prozent.

Zwar sind die Preise in der Erzeugung und an der Strombörse stabil, die Erhöhung liegt laut Jasper vielmehr an der unlängst angekündigten deutlichen Erhöhung der Förderung für erneuerbare Energien um 70 Prozent im kommenden Jahr. Zum 1. Januar 2011 steigt die gesetzliche EEG-Umlage um rund 1,76 Cent pro Kilowattstunde auf 4,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für die Förderung von Erneuerbaren Energien werden durch die Umlage als Bestandteil des Strompreises auf alle Stromkunden umgelegt. Und dabei geht es um gewaltige Summen – das macht schon das Beispiel der SVO Energie deutlich, die neben den Stadtwerken Uelzen der große Stromversorger im Kreis Uelzen ist.

„Im Jahr 2008 haben wir rund 54 Millionen Euro an die Einspeiser erneuerbarer Energien in der Region gezahlt“, erklärt SVO-Sprecher Ralf Horst, „in diesem Jahr rechnen wir bereits mit 91,50 Millionen Euro“. Geld, das an die Betreiber von Windenergie-, Biogas-, Wasserkraft- und Solaranlagen gezahlt wird, die ihren erzeugten Strom ins Netz einspeisen.

Dies bedeutet für die SVO Energie zwar nicht, dass sie die Steigerung von knapp 40 Millionen Euro selbst zahlen muss: Vielmehr werden sämtliche Mehraufwendungen der bundesdeutschen Stromerzeuger für erneuerbare Energien in einer bundesweiten Umlage gesammelt und danach gleichzeitig auf alle Kunden bundeseinheitlich umgelegt.

Unter dem Strich aber bleibe für die SVO Energie dennoch eine gewaltige Mehrausgabe, betont Jasper: „Im Jahr 2010 werden wir 16,6 Millionen Euro in die EEG-Umlage zahlen, 2011 werden es schon 26 Millionen Euro sein.“ Für die den hiesigen Stromversoger bedeuten das also rund zehn Millionen Euro höhrere Kosten – und das wird sich auf den Strompreis auswirken – nachdem die SVO Energie den Strompreis zwei Jahre stabil halten konnte, ist nun Anfang nächsten Jahres eine Erhöhung fällig – wie hoch die ausfällt, ist noch nicht klar.

Auch die Stadtwerke Uelzen, die in diesem Jahr den Strompreis bereits zwei Mal erhöht haben, konnten gestern noch keine Aussage über eine eventuelle weitere Preisrunde machen: „Wir arbeiten gerade an den Zahlen“, erklärte Stadtwerke-Sprecher Mirco Pinske auf AZ-Nachfrage.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare