Polizei vermutet Brandstiftung in Schafwedel / Wehren stundenlang im Einsatz

800 Strohballen in Flammen

Meterhoch schlugen die Flammen in der Nacht zum Sonnabend in dem Waldstück in Schafwedel empor. Die in landwirtschaftlichen Mieten gelagerten Rundballen wurden durch das Feuer vollständig zerstört. Der Sachschaden beträgt rund 60 000 Euro. Foto: Ratzeburg

Schafwedel. Die Flammen schlugen meterhoch in den Himmel und waren schon von Weitem zu sehen: Etwa 800 Rundballen Stroh sind in der Nacht zum Sonnabend in Schafwedel durch ein Feuer vollständig zerstört worden. Die Polizei vermutet vorsätzliche Brandstiftung.

Den 82 Einsatzkräften aus sechs Feuerwehren gelang es bei dem fast siebenstündigen Einsatz, das Übergreifen der Flammen auf ein Waldstück und eine benachbarte Biogasanlage zu verhindern.

Gegen 19.55 Uhr wurde das Feuer in drei landwirtschaftlichen Mieten entdeckt. Daraufhin rückten die Wehren Bodenteich, Kattien, Langenbrügge, Lüder, Reinstorf und Schafwedel zu dem Brandherd aus. „Bei ihrem Eintreffen brannten die Rundballen bereits in voller Ausdehnung“, sagte Andreas Wallner, Sprecher der Polizei Bodenteich, gestern auf Anfrage der AZ. Das Feuer sei vermutlich nach 19.30 Uhr ausgebrochen, denn bis zu diesem Zeitpunkt habe der Landwirt, dem die Strohmieten gehören, in der Nähe Kartoffeln gerodet, berichtete Wallner.

Um die nahegelegene Biogasanlage nicht zu gefährden, entschieden sich die Wehren, die Ballen kontrolliert abbrennen zu lassen. Dazu bauten sie eine Wasserversorgung über rund 800 Meter auf. „Bei einem massiven Löschangriff hätte die Gefahr bestanden, dass Funken auf die Abdeckplane des Gärbehälters fliegen und das darin enthaltene Methangas entzünden“, erklärte Wallner. Die letzten Feuerwehrleute seien gegen 2.30 Uhr früh abgerückt. Laut Wallner beläuft sich der Sachschaden auf etwa 60 000 Euro.

Am Sonnabend untersuchten Brandermittler die verkohlten Reste der Strohballen. Dabei wurde ein speziell ausgebildeter Spürhund der Polizei Celle eingesetzt, der jedoch keinen Hinweis auf den Einsatz von Brandbeschleunigern erschnüffelte.

Einen schlimmen Verdacht hegt unterdessen Horst Ratzeburg, Pressewart der Gemeindefeuerwehr Bodenteich: „Das ist innerhalb kurzer Zeit schon das dritte größere Feuer in unserem Gebiet. Erst hatten wir einen Strohballenbrand in Abbendorf, dann einen Scheunenbrand in Lüder – und jetzt das. Wir vermuten, dass da ein Brandstifter gezielt am Wochenende zu Werke geht.“

Von Bernd Schossadowski

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