Streit um IGS verschärft sich

Führt der Weg zu einer vierzügigen IGS im Gebäude der Theodor-Heuss-Schule in Uelzen? Das schlägt jedenfalls die SPD-Fraktion vor, sehr zum Unwillen der CDU. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Jörg Kramer (SPD) sprach empört von einer „Verzögerungstaktik“ der Christdemokraten, sein schulpolitischer Widersacher Henning Gröfke (CDU) hielt das Vorgehen der Sozialdemokraten hingegen für „albern“ und wahltaktischen Motiven geschuldet:

Es war eine hitzige Debatte, die sich jetzt im städtischen Schulausschuss am Antrag der SPD-Stadtratsfraktion auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Uelzen entzündete. Das Ergebnis der Diskussion: Mit sechs zu vier Stimmen folgte der Ausschuss dem Vorstoß von Kramer.

Demnach wird die Stadtverwaltung beauftragt, einen Antrag für die Gründung einer vierzügigen IGS vorzubereiten und bei der Landesschulbehörde einzureichen. Ob diese dem Wunsch entsprechen wird, ist jedoch fraglich. Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob ein Anschluss an das Klageverfahren von Kreisen und Städten möglich ist. Diese wollen sich gegen die Voraussetzungen des Landes zur IGS-Gründung – mindestens fünf Klassen pro Schuljahrgang – gerichtlich wehren.

Wie berichtet, hat die jüngste kreisweite Elternbefragung der Stadt nicht die erforderliche Stimmenzahl für die Einrichtung einer fünfzügigen IGS in der Theodor-Heuss-Schule in Uelzen ergeben. Allerdings würde das Ergebnis für eine Vierzügigkeit ausreichen. „Im Verhältnis zu unserer Einwohnerzahl gibt es ein enormes Interesse der Eltern an einer IGS“, schlussfolgerte Kramer. Sollte eine IGS in Uelzen gegründet werden, würde sie die vom Land geforderte Mindestzahl von 120 Schülern pro Jahrgang in den Folgejahren schnell übersteigen, meinte er. „In allen Kreisen, in denen eine IGS neu eingeführt wurde, war das so.“

Dieses Argument überzeugte Gröfke aber nicht. Der Ausgang der Elternbefragung zeige deutlich, dass es für die vorgeschriebene Fünfzügigkeit nicht genügend Stimmen gebe. Den SPD-Antrag hält Gröfke ohnehin für „albern“, sagte er gegenüber der AZ. Es sei klar, dass die Landesschulbehörde eine vierzügige IGS nicht genehmigen werde. Der wahre Grund für den Antrag der Sozialdemokraten sei deshalb, damit Kommunalwahlkampf zu betreiben und die CDU als Verhinderer einer IGS darzustellen.

Gröfkes Fraktionskollege Christian Mocek forderte, den SPD-Antrag zunächst zur Beratung in die Fraktionen zu verweisen. Darüber zeigte sich Kramer sichtlich verärgert. „Das ist eine Verzögerungstaktik, die die CDU seit Mitte letzten Jahres mit unterschiedlichen Begründungen an den Tag legt“, kritisierte er. Die Schulausschuss-Sitzung sei eigens anberaumt worden, um über den IGS-Antrag der SPD zu entscheiden. Das wisse auch die CDU, so Kramer.

Schuldezernent Jürgen Markwardt versuchte die Wogen zu glätten. „Das Votum dieses Ausschusses hat nur empfehlenden Charakter. Letztendlich entscheiden der Verwaltungsausschuss und der Rat darüber“, erklärte er. Weil die nächste Verwaltungsausschuss-Sitzung erst für den 22. August angesetzt sei, könnten die politischen Fraktionen bis dahin noch über die IGS-Gründung beraten. Der Stadtrat werde seine Entscheidung noch vor dem Ende der laufenden Wahlperiode fällen können, ergänzte Wilhelm Spangenberg (SPD).

Von Bernd Schossadowski

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