Amtsgericht Uelzen: Mann schwärzt seinen Vermieter an, weil der mit 2,4 Promille Transporter gefahren sein soll

Streit mit Nachbar endet auf dem Polizeirevier

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Hat sich ein Mann mit 2,4 Promille ans Steuer gesetzt? Diese Frage beschäftigte jetzt das Amtsgericht Uelzen.

sh Uelzen. Bei einer Geburtstagsparty hatte K. ordentlich getankt. Das Amtsgericht Uelzen beschäftigt jetzt die Frage, ob er betrunken mit seinem Transporter durchs Dorf gefahren ist. Das hat sein Untermieter D. behauptet. Es ist das Ende eines monatelangen Nachbarschaftsstreits.

Der Angeklagte bestreitet die Trunkenheitsfahrt. Er habe sein Gefährt lediglich „ein paar Meter zurückrollen lassen“, um es seinem Nachbarn heimzuzahlen. 

Der habe sein Auto immer wieder so auf dem Privatparkplatz von K. geparkt, dass dieser nicht mehr wenden konnte – und das, obwohl D. überhaupt keinen Parkplatz angemietet habe. An besagtem Tag hat er es laut dem Beschuldigten wieder übertrieben. „Ich wollte mit meinem Transporter Gartenmöbel zu der Geburtstagsfeier bringen“, erklärt er. „Aber er stand wieder so da, sodass ich gar nicht an die Möbel rangekommen bin.“

K. geht zu Fuß auf die Geburtstagsfeier – und kehrt laut eigener Aussage auch zu Fuß wieder zurück. „Da stand das Auto immer noch da.“ K. geht ins Haus, trinkt noch ein Glas Wein – und ärgert sich so sehr, dass er beschließt, seinen Untermieter zur Rede zu stellen: „Ich bin die Treppe zu ihm nach oben gegangen.“. Obwohl D. zuhause gewesen sei, habe er auf klingeln, klopfen und brüllen nicht reagiert.

Da sei K. nach draußen gegangen und habe seinen Transporter auf dem abschüssigen Gelände nach hinten rollen lassen. „Ich wollte den Spieß umdrehen, wollte, dass er auf mich zukommen muss, wenn er mit dem Auto nicht raus kommt“, behauptet er.

Das sieht D. anders: „Ich habe vom Fenster aus gesehen, wie er den Transporter so geparkt hat, dass ich mit meinem Auto nicht mehr raus komme und ihm vom Balkon aus zugerufen, warum er so bescheuert parkt.“ K. habe geschwankt und gelallt. Schließlich sei sein Vermieter zu ihm nach oben gekommen und es habe eine Rangelei gegeben.

Egal, welche Version stimmt – die Folge ist, dass D. die Polizei ruft und seinen Vermieter beschuldigt, betrunken mit dem Transporter gefahren zu sein. K. muss mit auf die Wache, ein Bluttest ergibt 2,4 Promille. D. gibt zu Protokoll, er habe gesehen, wie der Angeklagte auf der Straße gefahren ist. Davon will er bei der Verhandlung aber nichts mehr wissen: „Ich habe ihn nur auf dem Parkplatz fahren sehen.“

Richter Rainer Thomsen beschließt daraufhin, das Verfahren gegen K. einzustellen. Der bekommt seinen Führerschein zurück, der ihm zwischenzeitlich entzogen worden ist: „Wir wissen schlicht nicht, ob Sie auf der Straße gefahren sind.“ Warum K.s ehemaliger Mieter das vor der Polizei behauptet hat, bleibt sein Geheimnis.

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