50 Handwerkergesellen verabschiedeten sich mit Präsentation von der Woltersburger Mühle

Von Stolz und Freiheitsdrang

Ein wenig wehmütig schauen die Wandergesellen drein, wenn es nun heißt Uelzen zu verlassen.

Uelzen. „Von nun an werden Wandergesellen in der Woltersburger Mühle immer einen Platz finden“, erklärte Gerard Minnard feierlich beim fröhlichen Abschiedsfest der Wandergesellen.

Stolz hatten diese ihre Arbeiten dem interessierten Publikum präsentiert, einige interessante Details ihres altmeisterlichen Handwerks preisgegeben. „Die jungen Handwerker auf Wanderschaft haben in der Woltersburger Mühle so gearbeitet, wie sie für sich selbst arbeiten würden“, bestätigte Minnard, „das ist unbezahlbar. “ Eine Besucherin meinte, es sei deutlich zu sehen, was Handwerker leisten können, wenn sie ohne Zeitdruck arbeiten dürfen.

Die Liste der zu verrichtenden Arbeiten auf der Sommerbaustelle war lang und wie die Gesellinnen und Gesellen würdigten, einige „Leckerbissen“ dabei, die sie mit großem Eifer bewältigten. Damit sei die Woltersburger Mühle geprägt vom Stolz und Freiheitsdrang der Wandergesellen.

Diese fühlten sich in Uelzen gut aufgenommen. „Ein Schuhmachergeselle nutzte die Werkstatt von Orthopädieschuhmachermeister Theo Gläser, um die Schuhe seiner Mitstreiter zu reparieren. Bürgermeister Otto Lukat begab sich nach den Abschiedsworten der eifrigen Wanderer ebenso eifrig ins Büro, um die freiwillige Unterstützung des gemeinnützigen Projektes mit Unterschrift und Stempel in den Wanderbüchern zu besiegeln.

Viele Uelzener, unter ihnen Handwerksmeister und Obermeister einiger Innungen, kamen zum Abschied in die Woltersbürger Mühle, nutzten die Gelegenheit, die handwerkliche Kunstfertigkeit zu bewundern und sich mit den Wandergesellen über ihre Motive auszutauschen.

„Sie brachten für einige Wochen Leben und Kultur in die Mühle“, wies Minnard darauf hin, dass sich die jungen Leute ein Handy- und Fernseh-Verbot auferlegt hätten und daher die Abende im geselligen Kreis, bei Gesprächen und Musik verbrachten.

Von Angelika Jansen

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