Denkmalpflege: Wenige Flächen für Sanierungsprogramm in Uelzen

Stolperstein für Fördermittel

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„Bauliche Störungen“ wie die Kaufhalle in Uelzen erschweren die Aufnahme in das Städtebauprogramm.

Uelzen. Für die Stadt Uelzen wäre es die Chance, sich „herauszuputzen“.

Mit dem Landesprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ kommen Hauseigentümer in den Genuss von Fördermitteln oder steuerlichen Begünstigungen, um ihr Eigentum instand zu halten oder zu sanieren, sofern es sich um historische oder erhaltenswerte Gebäude handelt. Für die Stadt Uelzen, die sich derzeit um eine Aufnahme in das Programm bemüht (AZ berichtete), erweist sich diese Bedingung als Stolperstein.

Lediglich einzelne, kleinere Innenstadtbereiche sieht Dr. Gernot Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege und zuständig für den Landkreis Uelzen nach einer ersten Begehung als förderfähig an. „Uelzen hat einen sehr heterogenen Baubestand“, so Fischer gegenüber der AZ. Durch Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges und durch starke Eingriffe in die Bausubstanz könne die Stadt nicht mit zusammenhängenden Straßenzügen voller erhaltenswerter Häuser wie beispielsweise Lüneburg und Celle punkten. Uelzen besitze „bauliche Störungen“ wie beispielsweise die Kaufhalle.

Nach Einschätzung Fischers sei nur dann eine Aufnahme in das Programm wahrscheinlich, wenn sich die Stadt bei ihrem Antrag auf kleinere Förderbereiche im Gebiet der Lüneburger und Veerßer Straße sowie an der St.-Marienkirche konzentriere – das wäre ein Flickenteppich statt einer größeren Förderzone, dabei – so hat es bereits das Hamburger Planungsbüro Cappel und Kranzhoff bei einer Informationsveranstaltung zum Programm herausgestellt – herrscht in Uelzens Kernstadt großer Bedarf an Bausanierungen. 20 Prozent aller Gebäude haben laut Planungsbüro Substanz- und Gestaltungsmängel. Über eine Aufnahme Uelzens in das Programm entscheiden wird das Sozialministerium in Hannover nach Antrag der Stadt. Und zu diesem gehört auch eine Stellungnahme der Denkmalpflege. Verfasser wird Gernot Fischer sein.

Von Norman Reuter

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