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Update! Störung in Uelzener Stellwerk: Bahnchaos nach Bombensuche

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Von: Norman Reuter

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Der Erhaltungszustand des Hundertwasser-Bahnhofs.
Es kommt am Mittwochmorgen zu Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs in Uelzen © Dpa

Wegen einer Störung in einem Stellwerk bei Uelzen kommt es am heutigen Mittwoch zu Zugausfällen und Verspätungen auf der Bahnverbindung Hannover - Hamburg. Jetzt ist die Ursache klar: Bei der Suche nach möglichen Blindgängern sind Kabel beschädigt worden.

+++ Update, 20 Uhr +++

Uelzen ‒ Weitere Kampfmittel-Sondierungen nahe der baufälligen Bahnbrücke über die Bahnhofstraße in Uelzen sind die Ursache für die Zugausfälle und massiven Verspätungen auf der Strecke Hannover-Hamburg. Betroffen ist nicht nur der Fern-, sondern auch der Regionalverkehr.

Eine Bahnsprecherin erklärte auf Anfrage der AZ, dass bei Bohrungen, die bei den Sondierungsarbeiten vorgenommen wurden, Kabel beschädigt worden seien. Im Uelzener Stellwerk sei es so zu einer Störung gekommen. Signale – für den Bahnverkehr so unerlässlich wie Ampeln an den Straßen – seien nicht mehr zu bedienen gewesen. Um den Zugverkehr auf der Strecke aufrecht erhalten zu können, bekamen die Lokführer jeweils Befehle, die sie berechtigten, an den nicht funktionsfähigen Haltesignalen vorbeizufahren. Das kostete Zeit. In der Folge kam es zu den massiven Verspätungen – am Morgen bis zu 40 Minuten – und auch zu Zugausfällen im Nahverkehr. Im Fernverkehr hatte die Bahn wegen der Störung geplante Halte in den Städten Lüneburg, Celle und Uelzen ausfallen lassen.

Um die beschädigten Kabel reparieren zu können, war nach Angaben der Bahnsprecherin die Schadensstelle umfangreich zu öffnen. Deshalb wurde dann auch von der Deutschen Bahn angekündigt, dass sich die Zug-Verspätungen bis in die Abendstunden des heutigen Mittwochs ziehen könnten.

Bereits im Januar hatten Kampfmittel-Sondierungen an der Brücke weitreichende Folgen. Damals stand gar im Raum, es könnten noch explosive Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg an der Bahnbrücke liegen. Erste Messungen hatten darauf hingedeutet, weswegen auch eine Evakuierung großer Teile Uelzens vorbereitet wurde (AZ berichtete). Letztlich wurden bei der detaillierten Suche ein Drahtgeflecht, ein Stahlrohr sowie ein Kabel entdeckt. Die Bahn konnte Entwarnung geben, kündigte aber weitere Sondierungen an, auch weil die zweite Bahnbrücke über die Sternstraße ebenfalls durch ein Neubau ersetzt werden soll.

+++ Erstmeldung, 7.30 Uhr ++ +

Uelzen - Hinweise in roter Farbe sind der Fahrplanauskunft hinzugefügt: Am heutigen Mittwochmorgen kommt es wohl wegen einer Störung in einem Stellwerk bei Uelzen zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg.

In der DB-App der Bahn wird von einem defekten Stellwerk gesprochen, das für Verspätungen sorge. Möglicherweise würden eingeplante Stopps von Fernverkehr-Zügen in Uelzen, Celle oder Lüneburg entfallen. Eine offizielle Erklärung der Bahn liegt nicht vor.

Züge des Metronom fahren später. Der RE 2, der um 6.26 Uhr in Uelzen in Richtung Hamburg fahren sollte, rollte erst später los. Der ME 82104 hat aktuell eine Verspätung von 25 Minuten. Fahrgäste werden über Durchsagen informiert.

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