Stippvisite in Sachen Europa

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) erlebte bei seinem gestrigen Besuch im HEG einen Einblick in den Unterricht und diskutierte mit den Schülern. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Da sage noch jemand, Bernd Althusmann halte nichts von Basisdemokratie. „Wer möchte noch mal spielen?“, fragt der niedersächsische Kultusminister die Schüler der Bläserklasse bei seinem gestrigen Besuch im Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG). Sofort schnellen alle Finger des etwa 20-köpfigen Ensembles nach oben.

Und so dürfen die Schüler zur Begrüßung noch das Musikstück „Oh, when the Saints...“ vortragen, obwohl die Schulleitung eigentlich schon den nächsten Programmpunkt für den Minister vorgesehen hat. Der Besuch des CDU-Politikers hatte einen freudigen Anlass: Althusmann verlieh dem HEG anlässlich des gestrigen bundesweiten EU-Projekttages den offiziellen Titel „Europaschule“. Dieses Qualitätssiegel tragen nunmehr 88 Schulen in Niedersachsen. Mit der Urkunde, die Althusmann an Schulleiterin Ursula Schreiter-Antonius überreichte, wird die breite Angebotspalette des HEG zum Thema Europa gewürdigt.

Ein Schwerpunkt ist das Comenius-Literaturprojekt (AZ berichtete). „Wir haben Schulpatenschaften in allen Himmelsrichtungen“, berichtete Lehrerin Verena Deicke, die das Projekt unter dem Titel „The magic of literature makes friends“ („Die Magie der Literatur schafft Freunde“) am HEG leitet. Dabei gibt es einen regen Austausch mit Partnerschulen aus Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Italien, Litauen, Schweden und Spanien. „Wir wollen die Schüler zum Lesen animieren und ihnen die Möglichkeiten geben, die europäische Vielfalt kennen zu lernen“, erklärte Deicke.

Anschließend diskutierte Alt-husmann gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) und Schülern des elften Jahrgangs im Fach Politik-Wirtschaft über europapolitische Themen. Althusmanns Tipp an die jungen Leute: „Interessieren Sie sich für Politik und mischen Sie sich ein. Sie sollten Ihre Zukunft selber in die Hand nehmen.“ Danach schnupperte der Minister in den kombinierten Englisch- und Erdkunde-Unterricht der Klasse 8 E hinein. Dort stellten fünf Schülerinnen in einem gemeinsamen Referat die Region Uelzen vor – und zwar auf Deutsch und Englisch.

Unbekannte hatten scharfe Kritik gegen Althusmann an den Neubau des HEG gesprüht.

„Ich bin tief beeindruckt, was Ihr alle hier an der Schule leistet“, lobte Althusmann bei der Abschlussveranstaltung in der HEG-Cafeteria die Präsentationen der Schüler, die einen Einblick in die internationale Ausrichtung der Schule gaben. So wird dort seit 1951 Spanisch unterrichtet, seit etwa 40 Jahren gibt es einen Austausch mit einer französischen Partnerschule und seit Mitte der 90er Jahre bestehen vielfältige internationale Musikkontakte des Schulchores. „Sie können stolz auf sich sein und haben Herausragendes an dieser Schule geleistet“, lobte der Minister zum Abschluss. Nicht ganz so herausragend waren indes die Graffiti-Schmierereien, die vermutlich in der Nacht zum Montag an den Wänden des HEG-Anbaus hinterlassen worden waren. Dort hatten Unbekannte scharfe Kritik an Althusmanns Bildungspolitik geäußert. Doch dank einer kurzfristig bestellten Malerkolonne, die die Schmähparolen am Montagmorgen entfernte, bekam der Kultusminister von all dem nichts mit.

Fotos von den Graffiti- Schmierereien am HEG fin-den Sie im Internet unter

Von Bernd Schossadowski

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