Diakonie feiert ersten Tag der offenen Tür nach Fusion mit Lüneburg/Bleckede

Stiftung als Notanker

Live-Musik am Haus der Diakonie: Gestern präsentierten sich die Mitarbeiter beim Tag der offenen Tür am Hasenberg 2. In diesem Jahr sind in den Beratungsstellen mehrere neue Gesichter zu sehen. Foto: Wendlandt

Uelzen. Die Fusion des Uelzener Diakonischen Werkes mit dem Diakonieverband Lüneburg/Bleckede war eine „richtige Entscheidung“.

Das sagte gestern Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen beim Tag der offenen Tür des Hauses der Diakonie am Hasenberg 2 in Uelzen. „Ich glaube, dass es gut ist, auf breiteren Füßen zu stehen. So können wir miteinander wieder etwas bewegen. “.

Am Hasenberg 2 hat sich in der ersten Jahreshälfte einiges verändert. Seit Februar ist Tanja Klomfass die neue Kirchenkreissozialarbeiterin, Diakonin und Sozialpädagogin Heike Kwaschnowitz hat die Leitung der Ehe- und Lebensberatung von Jutta Ranke übernommen. Zeitgleich mit der Fusion zum 1. Januar 2013 war eine Kürzung der finanziellen Mittel durch vorgegebene Sparmaßnahmen der Landeskirche eingetreten. Im Bereich der Ehe- und Lebensberatung fehlen nun 17 Arbeitsstunden im Vergleich zu vorher. Den Unterschied spüren die Mitarbeiter, berichtet Siller, denn der Bedarf an Beratungsterminen sei enorm.

Das Netzwerk untereinander funktioniere weiterhin. Oftmals tauchen Klienten mit vielschichtigen Problemen auf, und somit sind mehrere Beratungsstellen betroffen – beispielsweise gebe es Überschneidungen von Suchtberatung, Schuldnerberatung, Tagestreff oder Bahnhofsmission. Die Zusammenarbeit mit Lüneburg und Bleckede will Siller künftig noch weiter verstärken und gemeinsame Anknüpfungspunkte nutzen, um die seit Januar fehlenden Stunden auszugleichen.

Die aktuelle landesweite Diskussion um Tarifverhandlungen im Diakonischen Werk betrifft den Verband nicht, betont Siller. Seine Mitarbeiter wurden schon zuvor nach Tarif bezahlt. Probleme sieht er eher in Bezug auf private Trägerschaften. So stelle er in Lüneburg fest, dass andere soziale Einrichtungen Beratungen so kostengünstig anbieten, dass die Diakonie die Preise nicht unterbieten könne. „Das ist lediglich ein finanzieller Wettbewerb“, bedauert er.

Wirtschaftlich will er für Uelzen eine Neuerung einführen: Für die Diakonie in den Kirchenkreisen Lüneburg und Bleckede besteht eine Bürgerstiftung „Diakonie – ich mache mit“. Derzeit werden mit dem Vorstand und anschließend mit der Stifterversammlung Gespräche geführt, ob die Stiftung auf den gesamten Diakonieverband ausgeweitet werden könne. „Dann müssen natürlich auch Uelzener sich beteiligen“, so Siller. „Aber diese Stiftung wird auf Dauer unser Notanker sein.“ Eine halbe Million Euro beträgt das Kapital, berichtet er.

Von Diane Baatani

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