Zahl der Selbstanzeigen steigt landesweit / Im Vorjahr 46 Meldungen in Uelzen

Steuersünder unter Druck

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Mit einer rechtzeitigen und vollständigen Selbstanzeige können Steuersünder straffrei davonkommen.

Uelzen/Landkreis. Der Druck auf Steuersünder in Deutschland hat sich offenbar deutlich erhöht. So ist die Zahl der Selbstanzeigen in Niedersachsen innerhalb eines Jahres um mehr als das Doppelte gestiegen.

Gab es 2012 landesweit 1206 solcher Anzeigen, waren es 2013 bereits 2862. Das teilte die Oberfinanzdirektion Niedersachsen auf Anfrage der AZ mit. Erstmals hat die Behörde nun auch die Zahl der Selbstanzeigen ermittelt, die beim Finanzamt Uelzen eingingen: 2013 gab es insgesamt 46 Meldungen. Vergleichszahlen aus den Vorjahren existieren nicht.

Ein Grund für die landesweite Zunahme der Selbstanzeigen war wohl die Steuer-Affäre um Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß, meint Kai Bernhardt, Pressesprecher der Oberfinanzdirektion Niedersachsen. Auch der Kauf von CDs mit Steuerdaten aus dem Ausland habe vermutlich viele Steuersünder dazu bewegt, sich selbst anzuzeigen.

Einen weiteren Grund sieht Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) im Scheitern des geplanten deutsch-schweizerischen Steuerabkommens. Dieses hätte zur Folge gehabt, dass viele Steuersünder dauerhaft anonym geblieben wären, so Schneider.

Auch in Uelzens Nachbarkreisen gab es Selbstanzeigen in zweistelliger Höhe. Beim Finanzamt Gifhorn meldeten sich 2013 laut Bernhardt 90 Steuersünder, in Celle waren es 71, in Lüneburg 48 und in Lüchow 15. Eine Vergleichbarkeit der Zahlen sei aber nur schwer möglich, sagte der Behördensprecher. „Zum einen können sich Selbstanzeigen auf mehrere Jahre erstrecken, die Anzahl der Fälle ändert sich in den Finanzämtern jedoch kontinuierlich.“ Zum anderen wirkten sich Selbstanzeigen mitunter auf die Festsetzung verschiedener Steuerarten aus. Eine genaue Aussagekraft zum Verhältnis zwischen Anzeige und Fallzahl lasse sich daher nicht treffen.

Unter bestimmten Voraussetzung kommen Steuersünder mit einer Selbstanzeige straffrei davon. So müssen sie das Vergehen vollständig und rechtzeitig vor einer Entdeckung der zuständigen Finanzbehörde melden und die hinterzogene Summe – mit Strafzuschlag – innerhalb einer Frist nachzahlen.

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