Anbieter sorgen sich um Nachwuchs und Generationswechsel

Sterben die Fahrschulen im Kreis Uelzen aus?

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Markus Fetthauer ist der Kreisvorsitzende des Fahrlehrerverbands in Niedersachsen.

Uelzen/Landkreis – 13 Fahrschulen gibt es im Kreis Uelzen und nahezu alle haben ein und dasselbe Problem: Sie finden keinen Nachwuchs.

„Wenn in gut zehn Jahren viele Fahrlehrer in Rente gehen werden, wird es nicht nur in Niedersachsen, sondern in ganz Deutschland ein echtes Fahrschulproblem geben“, erklärt Fahrlehrer Markus Fetthauer auf Nachfrage der AZ.

Vor zehn Jahren gab es bundesweit 13.262 Fahrschulen, vor fünf Jahren waren es nur noch rund 11.000. „Das Durchschnittsalter der Fahrlehrer ist weit über fünfzig“, weiß Fetthauer. Wenn das so weitergehe, dann würden im Kreis Uelzen in gut zehn Jahren reihenweise Fahrschulen wegbrechen.

Der Nachwuchs bleibe schlichtweg aus. Ein Grund dafür sei, dass das Einstiegsgehalt als Fahrlehrer nicht sonderlich hoch sei, zehn bis elf Euro verdiene ein Fahrlehrer in einer Fahrstunde á 45 Minuten unterm Strich, erklärt Fetthauer.

Wochenend-, Nacht-Fahrten, die Theoriekurse abends – auch die ungeregelten Arbeitszeiten sind nicht eben attraktiv für junge Menschen. „Dazu kommt, dass die Ausbildung ja auch erst mal viel Geld kostet. Wer eine Fahrschule aufmachen möchte, der muss ja auch den Führerschein für Lkw haben“, so der Inhaber der Fahrschule Fettys Fahrschule. Ein Führerschein für Laster koste fünf- bis siebentausend Euro. Wer wolle denn nach der Schule so viel Geld investieren in einen Beruf, der erst mal nicht wirklich viel abwerfe und auch nicht eben familienfreundlich sei, fragt sich Fetthauer. „Die Autos werden immer teurer“, erzählt Fetthauer und fügt hinzu: „Alle zwei Jahre tausche ich die Flotte aus, sonst rechne sich das nicht.“

Klaus Napierski, zweiter Vorsitzender von Fahrlehrerverband Niedersachsen, ergänzt, dass auch die Unsicherheit, was verbaute Motorentechnik angeht, hier eine Rolle spiele. „Ich habe heute ja einen riesigen Wertverlust, wenn ich vor ein paar Jahren einen Diesel gekauft habe.“

Früher seien die meisten Fahrlehrer bei der Bundeswehr ausgebildet worden, etwa 1.000 im Jahr: „Heute sind das vielleicht nur noch 50, da wird gespart, wo es geht“.Seit das Fahrschulgesetz zum 1. Januar 2018 komplett neu aufgesetzt worden sei, sei aber auch manches besser geworden. So wurde das Eintrittsalter auf 21 Jahre gesenkt, man könne heute fast direkt nach der Schule in den Beruf starten. „Aber die Ausbildung dauert immer noch zwölf Monate und kostet mit Prüfungen rund 15.000 Euro.“

VON ROBIN VOGT

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