Ein Steinwurf von der Haft entfernt

38-Jähriger wegen Angriff auf Polizisten in Uelzen verurteilt

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Im Uelzener Amtsgericht wurde am Montag ein Fall wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verhandelt.

Uelzen – „Ich kann da keine Angaben zu machen, weil ich da nicht mehr viel von weiß, aufgrund der Promillezahl“, sagte der Angeklagte im Amtsgericht aus.

Laut Anklage soll der 38-Jährige in der Nacht vom 14. auf den 15. September des vergangenen Jahres an der Meierstraße in stark alkoholisiertem Zustand Steine auf die Straße geworfen, Polizeibeamte angegriffen, beleidigt und bei der Festnahme Widerstand geleistet haben. „Bullenschweine“ war dabei einer der Ausdrücke, mit denen der Mann die Polizisten laut Richter Rainer Thomsen bedacht haben soll.

Auch auf die Beamten soll der Angeklagte Steine geworfen, aber verfehlt haben. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray konnten die Beamten den Mann schließlich festnehmen.

Der Angeklagte gab an, sich lediglich ans Werfen der Steine sowie an die Ankunft der Polizisten erinnern zu können: „Und auf einmal lag ich auf dem Boden.“ Auch an den Grund seiner Aktion konnte sich der 38-Jährige auf Nachfrage des Richters nicht mehr erinnern.

„Er ist sonst ein feiner Typ, aber mit Alkohol kommt er nicht klar“, erklärte der erste Zeuge in seiner Aussage, der den Angeklagten nach eigenen Angaben „vom Sport“ kennt.

Und auch der zweite Zeuge, einer der vier am Einsatz beteiligten Polizisten, unterstrich den alkoholisierten Zustand des Angeklagten: „Er konnte keine adäquaten Antworten mehr geben.“ Aufgrund dessen habe der Mann auch mit Gewalt zu Boden gebracht werden müssen. Ein späterer Alkoholtest auf der Wache habe einen Wert von 2,05 Promille ergeben.

Die Staatsanwaltschaft sah die Schuld nach den Aussagen als erwiesen an. Der Angeklagte mache zwar einen vernünftigen Eindruck, sei aber zuvor bereits zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Forderung lautete auf eine achtmonatige Freiheitsstrafe, wobei deren Androhung genügen sollte.

Von einem „sehr moderaten Antrag“ sprach Richter Thomsen, der die achtmonatige Freiheitsstrafe festsetzte, aber auf drei Jahre zur Bewährung ausstellte. Dazu muss der Angeklagte 600 Euro an die Gefangenenfürsorge zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. „Und nicht so einen Blödsinn noch mal machen“, redete der Richter dem Angeklagten abschließend ins Gewissen.

VON DANIEL BIELING

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