Diskussionen über Aufgaben für Beraterfirma

Uelzens Stadtmarketing: Steiniger Weg zu einem Konzept

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Die Stadt Uelzen will sich in Sachen Stadtmarketing neu aufstellen. Dazu gehört möglicherweise die Organisation von Festen, wie hier das erste Hansefest im vergangenen Jahr.

Uelzen. Stadtmarketing ist ein schwieriges Geschäft. Der Weg dahin nicht minder. Das wurde am Donnerstag bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtmarketing und Tourismus deutlich.

Nach dem Impulsreferat von Jürgen Block, Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, und dem anschließenden Workshop Mitte März, stand die Verabschiedung des Leistungsverzeichnisses für den externen Berater an. Was muss die Beraterfirma tun, damit am Ende alle Uelzener Beteiligten (Politik, Verwaltung, Bürger, Organisationen etc. ) zusammen mit dem Büro ein umsetzbares Stadtmarketing-Konzept in Form gießen können? Allein die Diskussion im Ausschuss über den Verwaltungsentwurf des Verzeichnisses lässt ahnen, wie steinig der Weg zu einem tragfähigen Konzept werden könnte.

Zu Beginn erinnerte Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling die Ausschussmitglieder noch einmal an die Grundidee und den Weg zu einem Stadtmarketingkonzept. Und: „Ein Stadtmarketingkonzept muss umsetzbar und finanzierbar sein, sonst bringt das alles nichts.“

Schließlich wurden die Leistungsvorgaben auf die Leinwand geworfen. Untergliedert in die Punkte: 1.) Grundlagen; 2.) Vorbereitung, Moderation; Beteiligungsmanagement; 3.) Ergebnis und Konzepterstellung; 4.) Sonstiges wurden diese einzeln verabschiedet.

Zu mehreren Unterpunkten gab es Diskussionen. Beispielsweise darüber, ob es einer Konkurrenzanalyse in Bezug auf andere Städte bedarf. Wo steht Uelzen im Vergleich? Oder, ob eine Zieldefinition und ein Leitbild im Leistungsverzeichnis erforderlich seien, wie es Stefan Thieme (CDU) in seinen Anmerkungen zum Konzept anregte. „Wir dürfen das Verzeichnis nicht zu eng fassen. Das bringt nichts. Wir wollen von einem erfahrenen Büro einen Vorschlag haben, wie wir es machen sollen“, sagte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull.

Diskussion auch darüber, wie möglichst viel Öffentlichkeit mit ins Boot geholt werden kann. Das Verzeichnis sah zunächst nur eine Befragung, der am Prozess Interessierten (Stakeholder) und Experten vor. Dazu eine Auftaktveranstaltung für die Uelzener. „Nur mit einer Kick-off-Veranstaltung werden wir nicht viele erreichen“, meint Jan Henner Putzier (SPD). Er schlug ein Online-Forum und eine Abfrage von Wünschen und Ideen durch die Beraterfirma mittels Postkarten vor. „Wir haben eine Summe für das Stadtmarketingkonzept im Hauhalt. Wir müssen aufpassen, dass sie nicht von fünfstellig auf sechsstellig anwächst“, mahnte Bürgermeister Jürgen Markwardt. Die Postkartenaktion wurde optional aufgenommen.

Schließlich wurde das modifizierte Verzeichnis einstimmig angenommen. Der Verwaltungsausschuss wird es am 8. Mai durchwinken, dann werden Angebotsaufforderungen an Büros verschickt.

Kommentar: Ein Spagat

Der Prozess, an dessen Ende ein umsetzbares und finanzierbares Stadtmarketing-Konzept für Uelzen stehen soll, bedarf vor allem Geduld und Beharrlichkeit. Wie Experte Jürgen Block schon Mitte März sagte, sei es zunächst ein sehr theoretischer Prozess, bei dem ein Ziel, eine Marke, ein Handlungskonzept herauskommen sollen. Wenn bei der Präsentation des Verwaltungsentwurfes zu einem Leistungsverzeichnis für eine noch zu bauftragende Beraterfirma der Ausschussvorsitzende Wilhelm Spangenberg gleich losdröhnt, das sei ihm zu viel Blabla, ist das nicht wirklich zielführend. Die Fraktionen seien unzufrieden mit dem vorgelegten Verzeichnis. Nun, ja: Unterm Strich hielten sich die Änderungen an der Verwaltungsvorlage in Grenzen. Letztendlich ist so eine Vorgabe ein Spagat. Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull hat schon recht, wenn er sagt, dass man es nicht zu eng fassen darf, sonst lege man sich schon vor dem eigentlichen Entwicklungsprozess fest. Ufert es aus, ist alles nicht mehr finanzierbar.

Von Jens Schopp

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