Nur 241 statt 400 Euro pro Monat

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Ute Lange-Brachmann soll neue Ehrenbeamtin der Stadt Uelzen werden.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. In einem war sich der Uelzener Rat auf seiner jüngsten Sitzung einig: Die ehemalige Kulturbeauftragte der Stadt, Ute Lange-Brachmann, die am 30. September in den Ruhestand gegangen ist, wird zum 1. Januar 2011 zur Ehrenbeamtin ernannt. Kontrovers diskutiert wurde allerdings über die Frage, ob Lange-Brachmann dafür eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 400 Euro erhalten soll.

Mit der knappen Mehrheit von 18 zu 17 Stimmen lehnte der Rat letztlich ab, Lange-Brachmann die von der Verwaltung vorgeschlagene monatliche Zahlung in dieser Höhe zu gewähren. Stattdessen sollen es nur 241 Euro pro Monat sein. Das entspricht dem aktuellen Regelsatz der Stadt Uelzen für ihre Ehrenbeamten.

CDU-Fraktionschef Stefan Hüdepohl plädierte dafür, alle ehrenamtlich beauftragten Kräfte in Uelzen gleichermaßen zu honorieren – mit besagten 241 Euro. Dem stimmte Grünen-Fraktionsvorsitzende Ariane Schmäschke zu. „Es geht nicht darum, wie viel jemand leistet, das ist sowieso eine Frage der Ehre“, sagte sie. Weil das Engagement aller Betreffenden aber gleich hoch zu bewerten sei, müsste die Aufwandsentschädigung auch auf einheitlichem Niveau liegen, sagte Schmäschke.

Verwundert zeigte sich hingegen Ralf Munstermann, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Der besondere Aufwand von Frau Lange-Brachmann wurde in der Verwaltungsausschuss-Sitzung deutlich gemacht und begründet“, sagte er. „Die Thematik selber steht seit langem fest.“ Daher wäre es nach Ansicht von Munstermann geboten, eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 400 Euro zu zahlen.

Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt betonte gegenüber der AZ, dass eine Aufwandsentschädigung kein Lohnersatz sei. „Wie der Name sagt, entschädigt sie für einen eigenen Aufwand“, betonte er, „und da gibt es Unterschiede zwischen den Ehrenbeamten der Stadt.“

So habe Lange-Brachmann umfangreiche Sachleistungen für die Stadt erbracht, etwa während der diesjährigen Holdenstedter Schlosswochen. In dieser Zeit übernachteten fast alle Künstler im Haus von Lange-Brachmann, die auch für die Verpflegung ihrer Gäste aufkam – ohne das der Stadt in Rechnung zu stellen. Deshalb gebe es „sächliche Gründe, die dafür sprechen“, ihr die Aufwandsentschädigung von 400 Euro zu gewähren, meinte Markwardt.

Trotzdem sei der Stadt die Arbeit aller Ehrenbeamten gleich viel wert. „Alle bringen sich mit sehr hohem Engagement für Uelzen ein. Es gibt keine Unterscheidung in der Anerkennung zwischen ihnen und Frau Lange-Brachmann“, bekräftigte Markwardt.

Ute Lange-Brachmann zeigte sich über die Entscheidung des Stadtrates überrascht. Ob sie unter diesen Voraussetzungen als Ehrenbeamtin der Stadt tätig sein wird, ließ sie im AZ-Gespräch noch offen. „Das muss man sich sicher überlegen“, sagte sie. Die Position einer ehrenamtlichen Kulturbeauftragten sei mit sehr viel Arbeit verbunden. „Das ist ein ganz schöner Aufwand“, erklärte sie und nannte als Beispiel die Intendanz der Holdenstedter Schlosswochen.

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