Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst: Verhandlungen sind von Bescheid abhängig

Start frühestens im August

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Der Verein „Die Brücke“ eröffnet voraussichtlich im August den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst.

Uelzen. Zum 1. Juli sollte der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst (KJPD) in Uelzen seine Arbeit aufnehmen. So hatte es der Kreisausschuss Ende Mai beschlossen.

Doch bislang steht der schriftliche Bescheid vom Landkreis über die Höhe der Förderung, den Zweck und die weiteren Richtlinien noch aus. Der Verein „Die Brücke“ habe aber grünes Licht, erklärt die Leiterin des Jugendamtes, Brigitte Lindenthal, auf AZ-Nachfrage.

Nach dem aktuellen Konzept des Vereins soll bis zum 31. Dezember ein Sozialpädagoge mit einer halben Stelle eingestellt werden, der sich auf Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisiert hat. Er wird Vorgespräche mit Kindern und Jugendlichen führen und diese dann gegebenenfalls an einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verweisen, der drei Stunden wöchentlich von der Psychiatrie in Lüneburg für den Uelzener KJPD abgestellt wird. Ohne Wartezeit könnten dann die jungen Patienten im Rahmen dieser drei Stunden behandelt werden.

Eine Summe von rund 24 000 Euro stellt der Landkreis für die Einrichtung bereit. Für die Vertragsverhandlungen mit potenziellen Mitarbeitern ist jedoch die schriftliche Zusicherung Voraussetzung. „Das ist problematisch, weil die Lüneburger gerne einen rechtskräftigen Bescheid sehen wollen“, sagt Christian Kienbaum von „Die Brücke“. In der kommenden Woche will der Verein die Gespräche mit den Lüneburger Kollegen voranbringen. Kienbaum geht davon aus, dass der KJPD dann frühestens zum 1. August anfangen kann.

In den jüngsten Beratungen über die Einführung dieses Dienstes hatte Kurt Spannig, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Uelzen, deutlich gemacht, dass er eine langfristige Lösung für notwendig hält. Der Beschluss des Kreisausschusses ist aber nur auf das Jahr 2012 beschränkt.

Wenn das niedersächsische Sozialministerium Anträge auf Errichtung einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Standort in Uelzen genehmigt, ist eine Verlängerung des KJPD im kommenden Jahr unrealistisch. Sozialministerin Aygül Özkan hatte auf Anfrage des Hannoveraner SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte erklärt, dass eine Tagesklinik in Konkurrenz zur Beratungseinrichtung des Jugendpsychiatrischen Dienstes stehe.

Von Diane Baatani

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