Ein Stammkunde, der nie zahlt

Nach Attacke mit dem Schlagstock: Kleinkrimineller beging über Wochen in Bad Bevensen Straftaten

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Die Fußgängerzone in Bad Bevensen: Hier begab sich K. in den Geschäften immer wieder auf Diebestour.

sh Uelzen. K. hat bewegte Zeiten hinter sich. Über Wochen hinweg beleidigte und bedrohte der 44-Jährige in Bad Bevensen Leute, beging Einbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen – bis es dem Gericht gereicht und Haftbefehl gegen den dutzendfach vorbestraften Mann erlassen hat.

Derzeit muss er sich für seine Taten am Uelzener Amtsgericht verantworten.

Dass er mit einem Schlagstock das Auto eines Ehepaares demolierte, nachdem seine Freundin die beiden unter einem Vorwand nach Bad Bevensen gelockt hat (AZ berichtete), hat K. bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Nun stehen seine Diebestouren auf dem Programm. So soll K. in einer örtlichen Drogerie eine elektrische Zahnbürste im Wert von 120 Euro gestohlen haben, obwohl er wegen eines vorangegangenen Diebstahls bereits Hausverbot hatte.

Das hielt K. aber nicht davon ab, die Filiale ein paar Tage später erneut zu betreten. Die Kassiererin sagt aus, dass K. einfach in den Laden gegangen und kurz darauf mit einem Paket unter dem Arm, in dem sich die Zahnbürste befand, nach draußen marschiert sei. Als sie „Stop“ rief, habe er ihr „das ist schon bezahlt“ zugerufen. War es aber nicht, der Alarm löste aus. K. machte sich aus dem Staub.

Im Gerichtssaal erkennt die Zeugin K. eindeutig wieder: „Klar, das ist er. Ist ja unser ‘Stammkunde’.“ K. sitzt auf der Anklagebank und lacht.

Und auch in einem örtlichen Handyladen soll er nicht lange gefackelt haben. „Während der Mitarbeiter einen Kunden bedient hat, hat er sich eine Powerbank und Kopfhörer geschnappt und ist gegangen“, berichtet ein Polizeibeamter. Als er und sein Kollege an besagtem Tag verständigt wurden, hätten sie sofort gewusst, wen sie suchen mussten: „Wir kennen ihn und haben ihn davor schon in der Stadt gesehen.“ Nach einem Tipp griffen die Beamten K. in einer Spielothek auf. In seinem Rucksack befanden sich geklaute Handys, die elektrische Zahnbürste sowie die Waren aus dem Handyladen.

K. räumt die Taten weitestgehend ein. Anders als in der Anklage beschrieben habe er die Sachen aber nicht gestohlen, um seinen Kokain-Konsum zu finanzieren. Das Urteil wird am Freitag, 23. Februar, gefällt.

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