Aktionsjahr der Bahnhofsmissionen

Staffelstab geht von Uelzen aus auf die Reise durch Niedersachsen

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bahnhofsmission in Mannheim am Gleis.
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Die Bahnhofsmissionen leisten zumeist in kirchlicher Trägerschaft wertvolle ehrenamtliche Arbeit für Hilfesuchende wie Zugreisende, die im Rahmen eines Aktionsjahres in Niedersachsen stärker in den Fokus gerückt werden soll.
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Die Bahnhofsmissionen leisten bundesweit zumeist in kirchlicher Trägerschaft wertvolle ehrenamtliche Arbeit für Hilfesuchende wie Zugreisende, die im Rahmen eines Aktionsjahres in Niedersachsen stärker in den Fokus gerückt werden soll. Der Auftakt dazu fand jetzt vor dem Hundertwasser-Bahnhof statt.

Uelzen – Am vergangenen Sonnabend ist pünktlich zum „Tag der Bahnhofsmissionen“ am Hundertwasser-Bahnhof das niedersächsisches Aktionsjahr der Bahnhofsmissionen eingeläutet worden – und zwar mit der symbolischen Staffelstab-Übergabe von Propst Jörg Hagen an Kirn Khalsa, den Leiter der Uelzener Einrichtung.

Hagen ist Vorsitzender der Landesgruppe der Bahnhofsmissionen in Niedersachsen. In dieser Funktion sprach er unter der Überschrift „In Verbindung bleiben“ ein Grußwort. Unter diesem Motto steht das besagte Aktionsjahr, in dem Interessierte und Mitarbeiter sich per Fahrrad auf den Weg zu den Bahnhofsmissionen in Niedersachsen und Bremen machen und einen Stempel in einen Fahrrad-Pilger-Pass erhalten. Als Zeichen der Verbundenheit soll jeweils ein Staffelstab übergeben werden – die erste fand vor dem Haupteingang des Uelzener Bahnhofes statt.

Das Aktionsjahr soll im Mai oder Juni 2022 mit einem Fest enden. Dabei finden dann Begegnungen mit Prominenten aus Kirche und Gesellschaft sowie eine Preisverleihung statt.

„Wir sind und bleiben aber eine wichtige Anlaufstelle“

Eigentlich sollte der Auftakt in der Uelzener St.-Marien-Kirche stattfinden, daraus wurde dann aber eine Video-Konferenz, an der auch Propst Jörg Hagen und Kirn Khalsa teilnahmen. Der US-Amerikaner leitet seit August 2019 die Bahnhofsmission in Uelzen. „Zurzeit sind die Corona-Einschränkungen für unsere Arbeit immens. Wir sind und bleiben aber eine wichtige Anlaufstelle für Obdachlose, sozial Schwache, aber auch Reisende und andere Hilfesuchende“, betont der 46-Jährige, der seit 2014 in Uelzen lebt.

Zur Einordnung: 2019 – also im Jahr vor Beginn der Pandemie – hielten sich 1300 Menschen länger in der Bahnhofsmission auf. 2600 Zugreisende nahmen Hilfe in Anspruch, 2800 Mal wurden materielle Hilfen wie Kaffee, Tee oder Brot ausgegeben.

Auf Landesebene soll im Aktionsjahr die Aufmerksamkeit für die umfangreiche, vielfach ehrenamtliche Arbeit in den Bahnhofsmissionen gesteigert werden. In Uelzen werden für Mitarbeiter wie Interessierte Tagestouren mit dem Fahrrad geplant – beispielsweise zum Kloster Ebstorf. Das passierte coronabedingt zunächst vor allem intern. Die Hoffnung aber ist groß, dass bald wieder mehr mit und in der Öffentlichkeit möglich ist.

Der große Staffelstab aus Uelzen soll demnächst an die Bahnhofsmission Uelzen übergeben werden – wann und wie ist noch offen.

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