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Stadtwerke Uelzen unter Druck: FDP fordert Offenlegung von Kalkulationen

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Bleibt das Badue-Hallenbad geschlossen?
Unter anderem wegen der Pläne, das Hallenbad nicht zu öffnen, stehen die Stadtwerke Uelzen in der Kritik. © Lars Becker

Die FDP-Fraktion im Rat der Hansestadt setzt die Stadtwerke Uelzen unter Druck: Die Liberalen fordern Auskünfte zu Preisentwicklungen, zur beabsichtigten Badue-Schließung nach der Freibad-Saison und zu den drohenden Schadensersatzforderungen des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg.

Uelzen – „Die Uelzer Stadtwerke haben in den vergangenen Wochen negative Schlagzeilen fabriziert und für viel Kopfschütteln in der Bevölkerung gesorgt. Im Stadtrat sehen wir es als unsere Pflicht an, Transparenz herzustellen. Solche Entscheidungen sind weder alternativlos noch geeignet fürs Hinterzimmer“, so die FDP-Fraktionsvorsitzende Melanie Kamschütz.

Die FDP fordert in ihrem Papier, dass die Stadtwerke sowohl ihre Kostenkalkulation für den Fortbestand des Schwimmunterrichtes, eines (eingeschränkten) Bäderbetriebes im Hallenbad als auch ihre Kalkulation und den Vergleich ihrer Preise mit benachbarten Versorgern und ihre Folgenabschätzung hinsichtlich der Schadensersatzforderungen des Gebäudemanagements veröffentlichen.

„Bevölkerung wird verunsichert und verängstigt“

„Um nachhaltigen Schaden von der Hansestadt und ihrer Tochter abzuwenden, fordern wir völlige Transparenz“, so Kamschütz. „Die Bevölkerung wird verunsichert und verängstigt durch Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, deren Begründung nicht nachvollziehbar und überprüfbar, sondern quasi als ,alternativlos‘ präsentiert werden.“

Die Stadtwerke als hundertprozentige Tochter der Hansestadt Uelzen produzierten eigenen Strom, hätten langfristige Lieferverträge und ihre Risiken im Interesse der Kunden und Bürger abgesichert. „Sollte dies nicht der Fall sein, stellte sich die Frage nach dem Warum“, so die FDP-Fraktionschefin. Ähnlich wie die Pläne der Deutschen Bahn AG als privates Unternehmen des Bundes im Interesse der Allgemeinheit stünden, seien auch die Antworten der Stadtwerke Uelzen von öffentlichem Interesse.

„Ohne ehrliche Kommunikation Eindruck von Missmanagement“

„Es darf nicht der Eindruck entstehen, als werde das Hallenbad den Schadensersatzansprüchen durch fehlerhaftes Management geopfert. Es darf auch keinesfalls der Eindruck entstehen, die Bürger finanzierten durch überhöhte Energiepreise Fehler des Managements und des Aufsichtsrats bei der Beschaffung von Energie oder bei der Lieferung an Großkunden wie das Gebäudemanagement.“

Melanie Kamschütz: „Wir wollen dafür sorgen, dass die Stadtwerke sich gegenüber der Bevölkerung erklären können. Es ist vollkommen klar: Andere Stadtwerke stehen deutlich besser da. Viele Hallenbäder – selbst im Kreis Uelzen – werden auch im Winter betrieben. Ohne ehrliche Kommunikation entsteht so der Eindruck von Missmanagement.“

Kostenanstieg im Jahresvergleich laut Stadtwerken enorm

Stadtwerke-Chef Markus Schümann hatte stets von explodierenden Gaspreisen und einem Kostenanstieg im Jahresvergleich auf das Vier- bis Fünffache gesprochen. In Sachen Badue haben man etwa alle Optionen geprüft – und die Absage des Hallenbadbetriebes als einzig gangbaren Weg identifiziert.

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