Millionen-Streit um SBE

Stadtwerke lehnen 75 000 Euro aus Ukraine-Geschäft ab

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Uelzens Stadtwerke-Chef Markus Schümann – hier mit Anwalt Lorenz Holler.

Heilbronn/Uelzen. Der Streit zwischen den Stadtwerken Uelzen und dem Landwirtschaftsgeschäft der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH wird voraussichtlich noch lange kein Ende finden.

So zeichnet sich nach dem Verkauf des Agrarprojekts in der Ukraine zwischen den Gesellschaftern, den Stadtwerken Uelzen und Schwäbisch Hall, ein zähes Ringen vor Gericht um die Verkaufssumme von 3,722 Millionen Euro ab. Einen Verhandlungstermin dazu gibt es noch nicht.

Unterdessen startete am Dienstag vor der 3. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Heilbronn eine Prozessrunde, in der der Uelzener Energieversorger als Minderheitsgesellschafter eine Sonderprüfung der SBE-Geschäftsführung in Bezug auf den Mehrheitsgesellschafter, die Stadtwerke Schwäbisch Hall, forderte.

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Der örtliche Energieversorger hatte Klage gegen die SBE erhoben – er unterstellt deren Geschäftsführer eine Verletzung der Informationspflicht. Die Stadtwerke Uelzen hätten Einsicht in Unterlagen gefordert, aber nicht erhalten. Erst nach Einreichen der Klage seien dem Wirtschaftsprüfer der Uelzener Stadtwerke Unterlagen zur Verfügung gestellt worden. Daraus habe sich ergeben, dass zum einen die SBE zum 31. Dezember 2012 insolvenzreif gewesen sei und zum anderen die Geschäftsführung 2013 Geld aus der Holding entnommen habe und somit die Weizenernte in der Saison nicht mehr habe finanziert werden können.

Von einer Sonderprüfung erhoffe man sich Kenntnisse darüber, welcher finanzielle Schaden der SBE durch diese Art der Geschäftsführung entstanden sei, erklärte Lorenz Holler, Rechtsanwalt der Stadtwerke Uelzen. Auf den Vorschlag von SBE-Geschäftsführer Johannes van Bergen, dass die Uelzener 75 000 Euro aus der Verkaufssumme erhalten und dafür auf die Klage und die Sonderprüfung verzichten, wollten die Stadtwerke nicht eingehen.

Von Diane Baatani

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